Print 
Neu-Guinea / von Maximilian Krieger. mit Beitr. von A. von Danckelman ...
Place and Date of Creation
Page
150
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

150

Kaiser Wilhelms-Land auf 0,68 auf das qkm.') die von ganz Neu- Guinea auf 2 Millionen.

Im allgemeinen ist die Küste in dem grösseren Teile ihrer Ausdehnung- nicht sehr stark bevölkert. Dichter wie sonst sitzen die Eingeborenen am Berlin-, Dallmann-, Grossfürst Alexis - Hafen, am Juno-Hnk, am Augusta- und Ottilien-Fluss und auf den Inseln in den Herzog-Seeen; sehr schwach bevölkert ist anscheinend die Gegend zwischen Herkules - Fluss und Mitra-Fels; auch im Innern des Friedrich Wilhelms-Hafens und im Hansemann-Gebirge ist die Bevölkerung spärlich, wenigstens spärlicher als auf den davorliegenden Inseln. Den Grund hierfür giebt uns eine schöne Sage kund, die an der Astrolabe-Bai von den Eingeborenen erzählt wird. Rieh- und Long-Insel sind, wie oben erwähnt wurde durch Mandumba und Kelibob geschaffen. Als dies geschehen, wurde von Mandumba eine Büchse geöffnet, in der sich abgeschnittene kleine Teile von Sehnen und Adern befanden, welche Kelibob auf Rat seines Onkels Mandumba seiner Mutter, der Riesin, ausgezogen hatte. Sobald der Deckel der Büchse gehoben war, hüpfte, wie es in der' Sage weiter heisst, eine grosse Menge Tämus, Männer und Weiber, heraus; diese bevölkerten zuerst Rieh- und Long-Insel und von hier aus die übrigen, insbesondere auch die Insel des Archipels der zufriedenen Menschen; auf die Hauptinsel ging keiner.

b) Wohnung, Hausrat, Werkzeuge.

Die Wohnstätten der Eingeborenen sind am primitivsten im Südosten. An dem Küstenstrich vom Herkules-Fluss bis zum Mitra- Fels stehen sie auf ebener Erde und sind so niedrig, dass sie eher 'Pieren als Menschen als Aufenthaltsort zu dienen scheinen. Auch an der Astrolabe-Bai und landeinwärts derselben finden wir noch teilweise Wohnungen zu ebener Erde. Die Häuser haben ein stumpfwinkliges Dach mit geradem First, das bis zum Boden reicht. Vor dem Hause ist eine Art Plattform errichtet, von der eine schmale Thür in das Innere führt. Die meist sauberen Hütten sind mit Gras gedeckt, bei den Bergbewohnern im Innern mit Matten oder Laub. Es finden sich aber auch recht geschmackvolle Pfahlbauten an der Astrolabe-Bai, besonders in dem Bogadjim-Dorfe und weiter landeinwärts. In dem Dorfe Wodsa am Szigauu-Berg­stock an der Quelle des Elisabeth-Flusses sind die kleinen recht-

*) Dies würde eine Bevölkerungsziffer von 127840 Einwohnern ergeben.