9. Abschnitt.
Von Taku nach Tientsin.
Das letzte Faßbier. — Zwischen drohenden Festungsmauern. — Tongku, der internationale Hafenplatz. — Abziehen der russischen Regimenter. — Die Verladung in die Eisenbahn. — Umschau in Tongku. — Schlimme Geldverhältnisse. — Mit der Bahn nach Tientsin. — Eintreffen in Tientsin. — Erste
Eindrücke.
Der 16. September, der Tag unserer Ausschiffung, war ein interessanter Tag. Wir waren auf dem Schauplatze großer Ereignisse angelangt. Wir waren mitten im Feindesland, die nächsten Tage mußten irgend etwas bringen, das weit abseits stehen Würde von dem immerhin bequemen Leben einer Seereise, die nur deshalb den Schein der Unbequemlichkeit hatte, weil man den Maßstab einer Vergnügungsreise an sie legte. Nun mußte der Ernst kommen und die Aufgaben.
Freilich war die Stimmung unter unseren Offizieren und Soldaten nicht gerade glänzend. Freiwillig hatte man sich gemeldet, um hinauszuziehen in einen Kampf der Vergeltung und Machterweiterung zugleich. Mit Begeisterung hatten die Offiziere am Tage ihrer Einschiffung den Abschiedsworten ihres Kaisers zugejubelt, Abschiedsworten, in denen das Motiv der Rache und die so viel gedeutelten und bekrittelten Worte: „Pardon wird nicht gegeben!" eine große Rolle spielten, die sich aber doch wesentlich unterschieden von dem rauhen, fast unverständlichen Tone, den diese und ähnliche Reden unseres Kaisers in dem großen Schalltrichter „Presse" angenommen hatten. Man war nach alledem überzeugt, daß noch große Aufgaben winken würden, und dann schien mit einem Male dieser schöne Traum in Nebel zu zerfließen, als man