6. Abschnitt.
Die Rüstungen der Mächte.
Mangelhafter Nachrichtendienst aus dem fernen Osten. — Deutschlands Rüstungen. — Die Rüstungen der andern Mächte. — Abfahrt der deutschen
Transportdampfer.
In Europa hatte man mit bangen Erwartungen die Nachrichten aus Asien verfolgt; leider erwies sich der Nachrichtendienst aus dem fernen Osten als vollkommen unzureichend. Amerikanische Revolverjournalisten und englische Sensationsreporter arbeiteten zusammen, um das Bild der ostasiatischen Wirren in den Köpfen der Europäer nach Möglichkeit zu verwirren. Ein direkter deutscher Nachrichtendienst aus Ost-Asien existiert ja leider bis jetzt immer noch nicht, wenigstens keiner, der sich auch nur annähernd mit der englischen und amerikanischen Konkurrenz vergleichen ließe oder ihr die Wage halten könnte. Außerdem ist durch das klägliche Scheitern der Nachrichten-Expedition des Deutschen Flottenvereins die Verwirklichuug einer solchen Hoffnung in unabsehbare Ferne gerückt worden. Auch die amtlichen deutschen Nachrichten von drüben ließen leider zumeist recht lange auf sich warten und gaben auch kein zusammenhängendes Bild von den Zuständen und Verhältnissen, die zu jener Zeit in Ost-Asien herrschten. Was aber doch aus den spärlichen Nachrichten hervorging, war, daß gewaltige Gefahr im Verzüge war, und daß die europäischen Mächte ihre Stellung im fernen Osten aufs Spiel setzten, wenn sie nicht energisch eingrifsen. Deutschland und speziell die Initiative des deutschen Kaisers war es, der die schnellsten und energischsten Schritte nach dieser Richtung hin zu verdanken waren, wie denn überhaupt eine spätere historische Würdigung der hier geschilderten Vorgänge die führende