3. Abschnitt.
Der Ausbruch der Feindseligkeiten.
Die Beurteilung der politischen Lage seitens der in China lebenden Europäer unmittelbar vor Ausbruch der Feindseligkeiten. — Die Thätigkeit der „großen Messersekte" im Hinterlande von Kiautschon. — Übergreifen der Bewegung aus die Provinz Petschili. — Ausbruch der Wirre». — Erste Landung rnssischen Militärs. — Die Gesandtschaftswachen. — Die Berbindnng mit Peking wird abgeschnitten. — Der Aufbruch der Seymourschen Eutsatzkolonne. — Die militärische Besetzung von Tientsin. —
Das Leben und Treiben in denjenigen Städten Chinas, die Fremdenniederlassungen beherbergen, war zu Beginn des Jahres 1900 durch keinerlei Trübsal und politische Befürchtungen beeinträchtigt. Da drüben im fernen Osten lebt im allgemeinen ein lustiges Völkchen von Europäern, daß dem traurigen Milieu und der Abgeschlossenheit von europäischer Kultur, in der es zu leben verdammt ist, nach Möglichkeit die angenehmsten Seiten abzugewinnen versteht. Die Europäer, die in den Fremdenniederlassungen an der See leben, merken verhältnismäßig wenig von chinesischem Leben, und es giebt zahlreiche junge und ältere Kaufleute, die von den Eigenschaften und Gewohnheiten der Chinesen wenig mehr wissen, als was ihnen der Komprador oder der 0N06 do^ erzählt hat, und die ihre Nase im allgemeinen für zu gut halten, um die angenehmen Düfte aufzunehmen, denen man sich freilich aussetzen muß, will man etwas näher in das chinesische Leben und Treiben eindringen. In geradezu beneidenswerter Sorglosigkeit lebt der Ostasiate in seinem Küstenstädtchen, in seinen Palästen, im Klub, auf Jacht und Hansboot, bei Rennen und Bällen in den Tag hinein; die Leute, die sich um chinesische Verhältnisse an Ort und Stelle kümmern, sind unter