4. Abschnitt.
Der chinesisch-japanische Arieg und seine unmittelbaren Folgen.
Auf die bisher geschilderte Weise wurstelte sich die ostasiatische Politik eine Anzahl von Dezennien weiter. Der ferne Osten spielte in der Politik der Völker noch eine ziemlich geringe Rolle. Die beiden einzigen außerasiatischen Völker, welche vitale Interessen an der Entwickelung in Ost-Asien besaßen, waren eigentlich nur Rußland und England. Speziell für Deutschland lag noch verhältnismäßig wenig Veranlassung vor, sich in seiner innern Politik groß von der ostasiatischen Politik beeinflussen zu lassen. Wenngleich das stetige Aufblühen des deutschen Handels in China den leitenden deutschen Staatsmännern keineswegs entging, so bildete doch die ostasiatische Frage in der großen Öffentlichkeit der damaligen Zeit nur einen kleinen Bestandteil des landläufig in den Zeitungen und am Biertisch erörterten politischen Materials. Es ist charakteristisch, daß selbst zu jener Zeit noch, als das viel erörterte Bild des deutschen Kaisers entstanden war, „Völker Europas, wahret eure heiligsten Güter!", die Presse daran weitaus mehr nebensächliche und gleichgültige Dinge kommentierte, während nur wenige Stimmen laut wurden, denen man ein wirkliches Verständnis anhörte für das, was das Bild eigentlich besagen wollte. China und Japan wurden noch vorwiegend im Feuilleton abgehandelt; es waren das Zeiten, in denen ein Chinareisender noch mit großen Augen angestaunt wurde, und das Publikum der damaligen Epoche gab den Nährboden ab, auf dem seichte und verständnislose Globetrotterberichte noch zu herrlicher Blüte gedeihen konnten.
Den eigentlichen Anstoß zu einem Umschwung in der BeHand-