2. Abschnitt.
Mißglücktet- Versuch China zu einem Pufferstaat zu machen.
Die Sicherung eines alterworbenen Kolonialbesitzes geht im allgemeinen der Erwerbung neuer Kolonien an Wichtigkeit voraus. Infolgedessen ist es verständlich, daß die englische Politik in Asien zunächst einmal stark bedacht war, den englischen Kolonialbesitz in Indien zu sichern gegenüber dem drohenden russischen Vordringen nach Süden. Dieser Gesichtspunkt hat nicht unwesentlich auch auf die Politik Englands und damit der Vertragsmächte gegenüber China eingewirkt. Das Zusammenprallen der englischen und russischen Politik im fernen Osten ließ bei England, dessen Interessen wesentlich im Süden lagen, den Gedanken aufkommen, die Theorie der Pufferstaaten, die es bereits in Zentral-Asien Rußland gegenüber in Anwendung gebracht hatte, auch auf die beiden mongolischen Reiche im fernen Osten, auf China und Japan, anzuwenden. Diese Theorie der Pufferstaaten war denn auch längere Zeit maßgebend für die gesamte ostasiatische Politik und ist es geblieben bis noch vor wenigen Jahren, als bereits die Politik der Interessensphären sich stark geltend machte. England glaubte damals noch, durch innere Stärkung Chinas und Japans und durch Umwandlung beider zu Staatengebilden, die dem Vordringen Rußlands ein Bollwerk entgegen setzen sollten, seinen eigenen Kolonialbesitz in Süd-Asien zu sichern und zu gleicher Zeit die genannten beiden Länder handelspolitisch seinen eigenen Interessen dienstbar zu machen. Aus diesen Erwägungen ergab sich eine Politik, die, auf beide Staaten gleichmäßig angewendet, doch zu recht verschiedenen Resultaten geführt hat. Es folgte daraus nämlich der Versuch, China und Japan zu