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Deutschland in China / Rudolf Zabel
Entstehung
Seite
41
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7. Abschnitt.

Die Entwicklung der russisch-chinesischen Beziehungen bis zum Zusammentreffen der russischen und englischen Politik in China.

Die erstmalige Berührung Nußlands mit dem chinesischen Reiche wurde herbeigeführt durch den allmählichen Erwerb Sibiriens bis zum Pacific hin. Die GrundZüge der russischen Kolonisation sind aber ganz verschieden von denen der Kolonisationsvölker mittelalter­licher und neuerer Zeit. Die allmähliche Erschließung Sibiriens trägt eher Merkmale der Erschließung Nordamerikas an sich. Im letzten Grunde freilich ist hier wie da das Prinzip des Handels das maß­gebende. Das tsrtium eomparatiomL liegt aber im Trapvertum, das sowohl der sibirischen wie der nordamerikanischen Entwicklung gemeinsam ist. Der Pelzjäger ist hier wie da Pionier der Kultur gewesen, der Unterschied ist nur der, daß in Nordamerika sich an seine Fersen sofort außer dem Bauern auch der Handelsmann und der Großunternehmer angehängt haben, eine Entwicklung, die in Sibirien noch verhältnismäßig lange auf sich warten ließ und auch heute noch nicht Formen angenommen hat, die eine konsequente Durchführung des Vergleiches mit Nordamerika gestatten würden. Das zweite Motiv, das als Ergänzung des ersten anzusehen ist, liegt darin begründet, daß die erste russische Politik sich von vorn­herein nicht auf den Standpunkt des Handels stellte, sondern noch auf dem Wunsch der Ausdehnung nomineller Macht über Nach­barstaaten und der Eintreibung von Tributen von den unterworfenen Völkerstümmen beruhte, einem Wunsch, der bei tiefer in der Kultur stehenden Völkerschaften überall beobachtet wird. Erst in neuerer Zeit ist Nußland zu einer Politik übergegangen, die wenigstens die Allüren einer Kolonisationspolitik im modernen Sinne auf Sibirien angewendet hat. Aber bis zum Auftreten Murawioffs in der Ge-