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Deutschland in China / Rudolf Zabel
Entstehung
Seite
36
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6. Abschnitt.

Die Stellung des deutschen Handels im Rahmen der ostasiatischen Rolonialpolitik Englands.

Eine Frage, die häufig in neuerer Zeit bei der Erörterung der Kolonialbedeutung Deutschlands aufgeworfen ist, das ist unsere Stellungnahme zu England. Man hört da häufig die widersprechendsten Meinungen. In den Kreisen derjenigen Kaufleute, welche in An­lehnung an die englische Vorherrschaft auf dem Gebiete des Handels und des Export- und Jmportwesens groß geworden sind, kann man vielfach eine Zuneigung zu England und seiner Kolonialpolitik finden. Gewöhnlich geht damit, besonders in Ost-Asien, eine absprechende, vielfach sogar feindselige Haltung zu den Maßnahmen unserer eigenen Kolonialpolitik in China Hand in Hand. Auf der auderen Seite hat das Vorgehen Englands im Boerenkrieg den Erfolg gehabt, daß es gegenwärtig wohl kaum noch ein Wort der Verachtung, der Geringschätzung, des Hohnes in der deutschen Sprache gibt, das nicht bereits in irgend einem Zusammenhange einmal auf England angewendet worden wäre. Auch für die ostasiatischen Verhältnisse kommt die Frage unserer Stellungnahme zu England außerordent­lich stark in Betracht; will man aber Gesichtspunkte von einigem Wert gewinnen, so ist es durchaus notwendig, sich dabei jeglicher Subjektivität zu entkleiden, soweit das überhaupt möglich ist, und die Frage leidenschaftslos zu erörtern. Bekanntermaßen gibt es in der höheren Politik keine Sympathien und Antipathien; es ist aber auch nicht zu verlangen, daß ein Zeitungsleserpublikum wie das deutsche, das ja ein gewichtiges Wort in die Leitung des konstitutionellen