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Deutschland in China / Rudolf Zabel
Entstehung
Seite
29
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5. Abschnitt.

Der Aampf um die Eröffnung von Handelshäfen.

Das Vorgehen Englands nach dem Ablauf der Privilegien der Ostindischen Kompagnie war China gegenüber ein Novum. Hatte man bis dahin versucht, China auf gleichem Fuße zu behan­deln wie Indien und die sonstigen Länder, auf die England handels­politisch die Hand gelegt hatte, fo hatte doch das Fehlschlagen dieser Taktik in China gelehrt, daß man dieses Land nicht ohne weiteres so behandeln könne. Infolgedessen versuchte England mit China diplomatisch auf eine gemeinsame Basis zu gelangen, und da auch dieses zunächst nicht gelingen wollte, so beschloß es, dem widerspenstigen Lande europäische diplomatische Anschauungen zu oktroieren. Die Entsendung des Lord Napier bedeutete nichts anderes als den zwangsweisen Versuch, mit China diplomatisch in dauernde Fühlung zu kommen. Die Aufgabe, die England sich stellte, unterschied sich also auch von dem bisherigen Vorgehen Portugals, das in Macao eine eigene Kolonie begründet hatte, deren exterritoriale Anerkennung seitens Chinas faktisch zwar erst später erfolgt ist, in der Praxis aber bisher stets durchgeführt worden war.

Freilich war der Lord Napier nicht gerade eine der geeignetsten Persönlichkeiten, um der schweren Aufgabe, die ihm bevorstand, gewachsen zu sein. Anfangs trat er schroff und hochmütig auf, später, als er sah, daß er China mit seiner englischen Grobheit nicht näher kam, verstand er sich zu flaumweicher Nachgiebigkeit; und so ist es wohl in der Hauptsache seinem Ungeschick zuzuschreiben, daß China zeitweilig überhaupt jeglichen Handelsverkehr mit Eng-