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Deutschland in China / Rudolf Zabel
Entstehung
Seite
19
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3. Abschnitt.

Die Portugiesen in Macao und ihre Bedeutung für die jetzige Stellung der Fremden in (Lhina.

Der Handel des Westens wurde zuerst von den Portugiesen nach China gebracht. Sie sind bereits 1517 dort aufgetaucht. Zu jener Zeit herrschte in China noch die Dynastie der Ming eine Epoche, die als die Glanzperiode der chinesischen Geschichte des letzten halben Jahrtausend angesehen wird. Daraus erklärt es sich auch, daß die Portugiesen die Möglichkeit erhielten, in Südchina, und zwar in dem heute noch existierenden Macao festen Fuß zu fassen, allerdings auch erst im Jahre 1557, also 40 Jahre nach ihrem erstmaligen Erscheinen. Weniger glücklich waren die ihren Spuren folgenden Spanier und Holländer, denen nicht gestattet wurde, sich selbständig in China festzusetzen. Macao wurde also für die Folge, und zwar für Jahrhunderte, der einzige Knoten­punkt, in dem der Handel mit China zusammenlief. Dieser Handel scheint sich in den damals üblichen Formen privilegierter Handels­gesellschaften bewegt zu haben. Genaue Nachweise darüber sind nicht zur Hand. Die Kaufleute jener Epoche arbeiteten noch mit derartig enormen Verdiensten, daß dadurch sowohl die großen Gefahren der Schiffahrt wie auch die hohen Zollbelastungen ge­deckt wurden, und trotzdem noch ein großer Verdienst übrig blieb. Bestand doch damals in der Kolonialpolitik der romanischen Völker noch das Prinzip, daß man einzelne Handelsgesellschaften privi­legierte und die anderen Nationen von der Beteiligung am Handel der Kolonie durch besondere Verbote oder enorme Zölle ausschloß; so spielte man einzelnen Privatpersonen große Summen und Ver­dienste in die Tasche und kam als Staat durch Erhebung hoher Abgaben von diesen doch auf seine Rechnung. In Spanien hat