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Deutschland in China / Rudolf Zabel
Entstehung
Seite
16
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2. Abschnitt.

Die Bedeutung der ersten Iesuitenmissionen in China.

Das Motiv für die erste Berührung zwischen der vom Griechen- und Römertum einerseits, vom Christentum andererseits beeinflußten abendländischen Kultur und der chinesischen war die Absicht Handel zu treiben. Abzusehen ist dabei natürlich von den Forschungsreisen der Renaissance-Zeit, z. B. des Marco Polo, und von der bereits früh einsetzenden Thätigkeit der Jesuiten, die von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts eine große Bedeutung für China gewonnen haben, ohne indessen diese Bedeutung im Interesse ihrer Heimatsländer nutzbringend zu verwerten. Den Jesuiten jener Epoche verdankt China sehr viel. Sie gingen geradezu in den Interessen des Landes auf und ver­werteten ihre abendländischen Kenntnisse in nutzbringender Weise für die neue Heimat, die sie im fernen Osten fanden. Über ihre Akklimatisationsfähigkeit darf man sich nicht wundern. Denn damals stand die chinesische Kultur sehr hoch, und falls eine Vergleichung mit der abendländischen Kultur jener Zeit überhaupt möglich wäre, so würde sie aller Wahrscheinlichkeit nach zu Gunsten der chine­sischen ausfallen. Heute noch ist der gewaltige Born chinesischer Forschung, den jene geistliche Gemeinschaft erschlossen hat, der abend­ländischen Kultur bei weitem nicht nutzbar gemacht. Die besten und umfassendsten Werke über China, speziell über das China jener Epoche, stammen aus der Feder dieser Männer, die sich durch hohes abendländisches Wissen und profunde Kenntnisse in ostasia­tischen Dingen auszeichneten. Man darf ihnen in bezug auf ihre ostasiatische Wirksamkeit durchaus nicht jene Eigenschaften vorwerfen, die man sonst populär als die spezifischjesuitischen" zu bezeichneu pflegt. Und das, was hier von den Jesuiten jener Zeit unter den