Druckschrift 
Die Baumwolle : ihre Kultur, Ernte, Verarbeitung und der internationale Baumwollhandel ; nach "Cotton" von Ch. W. Burkett und Cl. Hamilton Poe unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Kolonien als baumwollproduzierendes Land / übers. und bearb. von C. Heine
Entstehung
Seite
247
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Einunddreißigstes Kapitel.

Baumwollöl.

In der Ölmühle wird nicht der Samen gemahlen, um ihn in eine als Dünge- und Futtermittel geeignetere Form zu bringen, sondern hierbei wird dem Samen ein Bestandteil entzogen, der für diese Zwecke Keinen Wert besitzt. Öl im Samen verursacht, besonders in größeren Mengen ver­füttert, dem Vieh sogar Beschwerden; für den Boden ist es absolut wertlos, ebensowenig bietet es den Pflanzen einen Nährstoff. Daher ist es für den Pflanzer vorteilhafter, wenn das Öl aus dem Samen extrahiert und seine anderen Bestand­teile wieder dem Lande zurückgegeben werden.

Nur langsam gelangte die Ölmühle in die Gunst des Farmers. Vor mehreren Jahrzehnten schon versuchte man Mühlen zu errichten; vegetabilisches Öl ist schon lange ein gesuchter Artikel. In der ersten Zeit wurden einige Mühlen von einzelnen Personen oder unabhängigen Genossen­schaften errichtet, während das ganze, in großem Maßstab angelegte Ölgeschäft in die Künde einer Gesellschaft über­ging. Selbstverständlich zeitigte dieses Geschäft bald eine Konkurrenz, und heute sind in allen Baumwolldistrikten Öl­mühlen in den verschiedensten Größen vorhanden, um den Samen in Öl, Mehl und Schalen zu zerlegen.

Das Vermahlen des Samens.

Der Samen gelangt von dem Entkerner zur Ölmühle. Kier befördert ihn zunächst ein Becherelevator in das oberste