Druckschrift 
Die Baumwolle : ihre Kultur, Ernte, Verarbeitung und der internationale Baumwollhandel ; nach "Cotton" von Ch. W. Burkett und Cl. Hamilton Poe unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Kolonien als baumwollproduzierendes Land / übers. und bearb. von C. Heine
Entstehung
Seite
191
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Fünfundzroanzigstes Kapitel.

Vorbereitungen zum Verkauf: Die Arbeit des Baumwollen tkerners.

Die Baumwollproduktion der Südstaaten verdankt ihre großartige Entwicklung einer einfachen Erfindung, eine der wichtigsten in Verbindung mit dem wunderbaren Emporblühen des amerikanischen Landbaues.

Die von den Kapseln gepflückte Baumwolle nennt man Samenbaumwolle, da sie sowohl Samen, wie auch die Samen­fäden, also Lintbaumwolle oder auch Kurz Lint genannt, ent­hält. Um ein handelsfähiges Produkt herzustellen, müssen beide Teile voneinander getrennt werden. Diese Arbeit wird von der Entkörnungsmaschine ^) ausgeführt.

1790 wurden nur 3000 Ballen in den Südstaaten produziert, 1904 mehr als 13000000.

Woher Kommt diese ans Wunderbare grenzende Steigerung? Natürlich durch den Weltbedarf. Verbesserungen im Ackerbau wie in den landwirtschaftlichen Maschinen haben einen großen Teil mit dazu beigetragen, die Gestehungskosten zu reduzieren; die Anwendung von Düngemitteln hat die Ernteerträge ge­steigert, ohne ein Mehr an Arbeit und mit verhältnismäßig geringen Kosten, aber um unsere Frage zu beantworten, müssen

l) Der englische Ausdruck für Entkerner, Egrenier- oder Entkörnungs­maschine istgin" und wird auch dieser Ausdruck vielfach direkt in die deutsche Sprache übernommen, so daß man auch von Gin, bezw. Gin­maschinen und Ginstationen spricht.