Zehntes Kapitel.
Arten und Einteilung der Baumwolle.
In einem früheren Kapitel haben wir angeführt, daß alle Pflanzen und Tiere die Neigung haben, von den sie charakterisierenden Eigenarten abzuweichen, wenn sie auf andere Felder, in anderes Klima und in andere Umgebung gebracht werden. Die Baumwolle ist allen Einflüssen außerordentlich zugänglich, und zwar in einem solchen Grade, daß tatsächlich in Amerika mehr denn einhundertundfünfzig verschiedene Abarten gezählt werden. Nicht alle diese verschiedenen Bezeichnungen haben auch eine andere Abart zum Gegenstand, öfters wird ein und dieselbe Spielart in verschiedenen Gegenden, ja manchmal auf ein und demselben Territorium mit verschiedenen Namen bezeichnet, wodurch leicht eine große Konfusion entsteht. Ein derartiger Mißbrauch wird in Amerika nicht allein mit der Baumwolle, sondern auch mit Roggen, Weizen und anderen Bodenerzeugnissen getrieben.
Dieser Wirrwarr entsteht gewöhnlich dadurch, daß eine neue, von der bisherigen abweichende Eigenschaft an einer Pflanze entdeckt wird. Schon hält sich der Pflanzer für berechtigt, ihr einen neuen Namen zu geben! Bei der Baumwollpflanze Kann der Unterschied in größerer Länge oder Feinheit der Faser oder in größerem Ertrage an Lintbaumwolle oder Samen oder auch in beidem liegen; ferner in früherer oder späterer Reife und in der Form der Kapsel, endlich auch im Wachstum.
Wie auch diese neue Eigenschaft sein möge, jedenfalls ist nicht immer ein neuer Name gerechtfertigt, es sei denn, daß