den Waniramba benannt, die andern nennen, sie Wandorobo.
Beim Marsch quer über die buschreichen Ki- deroberge südöstlich des Njarasasees beobachtete ich am 23. Oktober 1906 mehrfach kleine Dornverhaue, die von Wakindiga stammen sollten. Auch waren Holzstücke in die Rinde vieler Affenbiot- bäume gesteckt, die als Leiter dienen, um Honig zu sammeln. Ein größeres Wakindigalager befand sich im lichten Dornbusch südlich des Jaidasees (Hohenlohegraben) : Kreisrunde Dorneinzäunung, 20 m
Durchmesser. Darin zwei Gestelle zum Fleischtrocknen, bestehend aus wagerechter Stange, auf zwei gegabelte Pfähle und einen Baumast gestützt. Ferner % m hohes Holzgestell zum Rösten oder Trocknen des Fleisches überm Feuer (vier gegabelte Pfähle, darüber zwei parallele, wagerechte Stangen, darüber Querstäbe gelegt). Lagerstätte aus trock- nem Gras, sowie noch eine Feuerstelle. Das ist alles. Das Lager war wohl erst gestern verlassen.
Ein Mann aus Mburu (Iraku) erzählte, die Wakindiga kommen nach Mburu, um Tabak zu kaufen. Ohne daß ich danach fragte, machte er mir vor, wie sie sprächen (Schnalzlaute).
Herr Sieden topf, Ansiedler in Ngoron- goro erfuhr von seinen Massai manches über die Wakindiga: Früher hätten sie in der Bambusregion des Vulkans Deani (2500 bis 3000 m), also äußerst schwer zugänglich, einen großen Kral gehabt-. Aber die Massai, mit denen sie in steter Fehde lebten und sich gegenseitig Leute totschlugen, hätten sie vernichtet. Mit den Wassukuma von Meatu ständen sie im Freundschaftsverhältnis oder seien gar mit ihnen verschwägert. In trockner Zeit gingen sie durch den ausgetrockneten Njarasasee und tränken Wasser aus einem Tümpel an seinem Rand.
Ich selbst sah im Januar 1907 mitten aus dem dichtesten Urwald des Deani den Rauch eines Lagerfeuers aufsteigen, also wohl von Wakindiga herrührend.
4. Wakuafi von Unteraruscha.
Die verschiedenen Ouellflüsse des Pangani bilden bei ihrem Zusammenfluß südlich des Kilimandscharo ein verzweigtes Netz von Flußarmen, welche eine Anzahl Inseln zwischen sich einschließen, die Flußoase Unteraruscha. Die üppige Vegetation des Ufer- und Alluvialwaldes verstärkt den natiiiliehen Schutz, den die schwer überschreitbaren Flußarme der Inseln bieten, der fruchtbare und durchfeuchtete Alluvialboden begünstigt mitten in der trockenen Steppe den Ackerbau. In dieser
! Schutzlage haben sich schon zu den Zeiten, als c p e kriegerischen Massai noch als räuberische Viehnomaden die Steppen durchschweiften, ihre Ver- : wandten, ein Stamm der Wakuafi, niedergelassen die von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang leben Die natürliche Vegetation hat hier größtenteils der künstlichen weichen müssen. In Ufer- und Alluvialwald sind große Partien gerodet — eine frisch gerodete Partie sahen wir — um den Pflanzungen der Waaruscha Platz zu machen. Erhebliche Flächen sind auch wieder verwildert und mit dichtem Buschwerk erfüllt. Der häufige Wechsel von gepflegter Pflanzung und von verwildertem Busch ist ein charakteristisches Bild. Unter den Pflanzungen scheinen die Bananenwälder und Mais- ; felder den größten Raum einzunehmen. Sonst sah ich namentlich noch Süßkartoffeln und Bohnen, aber auch Tabak. Die größten Schädlinge der Pflanzungen sind die Affen, die hier auf den Bäumen zwischen den Feldern ein paradiesisches Leben führen. Viehzucht: Rindvieh, Schafe, Ziegen vorhanden. Die Rinderwege werden durch Barrikaden I aus Holzstämmen gegen die Felder abgeschlossen, i wenigstens einseitig, auf der anderen Seite treiben 1 die Leute das Vieh auf den Weg. Erhebliche Bienenzucht. Die Bienenröhren werden nicht nur hoch auf den Bäumen, sondern auch an den untersten Ästen wenig über dem Boden aufgehängt (Tafel III, Abb. 25). Fischfang: Mit eigenartigen Speeren — langer Holzstab mit eingelassener Eisenspitze — stechen die Leute nach Fischen.
Die Hütten — bananengedeckte Hütten von Bienenkorbform mit sehr kleiner Tür — liegen in den Schamben weit zerstreut, aber meist mehrere zusammen, die noch mit einer starken Borna umfriedigt sind. Die dichte Hecke ist am Eingang durch einen dicken Knüppelzaun verstärkt, in welchem sich der kaum 1 m hohe Eingang befindet. Das Schutzbedürfnis muß früher sehr groß gewesen sein, da die Lage auf den Strominseln kein ausreichender Schutz schien. Und dabei liegen die Häuser nur auf der NO-Seite, auf der äußersten der Inseln, da hier der größte Fluß sie schützt, im SW sind sie durch mindestens zwei Flußarme von der Außenwelt getrennt. Daß heute, nachdem die Massai ihre Macht verloren haben, derartige Schutzvorrichtungen nicht mehr nötig sind, sieht man daran, daß die Umzäunungen der Weiler teilweise zerfallen sind, so daß man auch neben dem Eingang hinein kann.
Zu all dieser Mannigfaltigkeit kommt noch ein solches Gewirr von Wegen, daß wirklich nur der Einheimische sich zurechtfinden kann.