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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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IOI

Unterarme wagerecht nach vorn gehalten, bei manchen Tänzen mit, bei andern ohne Stock, der senkrecht nach oben in der Hand gehalten wird. Etwa 80 bis 90 solche Bewegungen in der Minute, j j e v ier zu einem Takt vereinigt. Bei den Tänzen ! hatten die Männer ihre Baumwolltücher nur um die ! Hüften geschlungen, erst bei den späteren zogen sie sie über den Oberkörper, wohl weil es kühl wurde.

Tanz 1: (Tafel I, Abb. 3 und 5.) Zwei Leute schlagen mit Stöcken an die Schilde und singen: Führt einen schönen Tanz auf, nicht faulenzen. Nur diejenigen, welche schon im Kampfe Massai­krieger erschlagen haben, tanzen in hohen Sprüngen dazu die andern stehen im Kreis herum und singen ziemlich auf einen Ton. Die Jungen, die noch nicht den nötigen Kriegsruhm eingeheimst haben, tanzen bisweilen dazwischen, werden aber sofort zurück- gfe wiesen.

Tanz 2 wird getanzt, wenn der Mais noch nicht reif ist. Zwei hübsche Weiber in der Mitte des Kreises sitzen rittlings auf einem großen Gefäß, über welches sie ihre Lederschürzen mit den Knien spannen (Abb. 2). Auf diesen Schürzen trommeln sie mit Holzstäbchen die Begleitung. Im Kreise um sie herum die tanzenden Männer, an Ort und Stelle tanzend und dazu singend. Allmählich mischen sich auch einige Weiber in den Kreis der Tanzenden.

T a n z 3 wird getanzt,wenn recht viel zu essen da ist (d. h. nach der Ernte). In der Mitte schlagen zwei Vorsänger mit Holzhacken (toagono) einen tönenden Balken und singen dazu:Wir sind be­trunken. Die Männer des Kreises tanzen, indem sie voreinander (nicht nebeneinander) stehen, linke Schulter nach der Kreismitte, mit Stöcken in der rechten Hand, in der Tanzstellung, im Kreise herum vorschreitend. Auch einzelne Weiber. Bei großer Teilnehmerzahl auch zwei konzentrische Kreise, dicht nebeneinander. Dazu der allgemeine Gesang: 1 _

* (Sekunde). Manchmal auch Bewegung in ha lie

beiden Kreisen gegeneinander. Später lautet die

I

Melodie des Gesangs (große Terz),

ha lie ha he

auf jedes habe einmal vorwärts gehüpft. Später noch (Prim). Dazu die Melodie der Vorsänger. Bei

ho he

der Gesangsbegieitung wechseln öfters obige Motive. Manchmal auch ziemliches Durcheinander in Gesang und Tanz. Am Ende eines Abschnitts laufen alle mit Gekreisch in Fistelstimme ziemlich rasch im Kreise herum, im Sinne der Tanzbewegung.

Tanz 4. (Tafel I, Abb. 6.) Die Männer, mit den Stöcken in der Hand, sind in drei rechteckigen Heerhaufen, meist fünf in einer Reihe, wie drei Ba­

taillone aufgestellt. So laufen sie vorwärts, nach einer Strophe wieder zurück.

(kleine Sekunde) schallt wuchtig und 2 3 4 h6 drohend ihr Gesang.

T a n z 5. In der Mitte Vorsänger, schlagen mit Stöcken aneinander, andere ringsum schnellen sich senkrecht in die Höhe (wie die Massai). Zu­letzt eine Art Hochruf, bei dem sie die Stöcke hoch­heben.

Tanz 6. Wiederholung von 1. Dann: Fünf Stöcke in der Mitte hingelegt, ein Mann mit Schild sitzt daneben, einer steht in der Mitte mit einem Bein auf den Stöcken und erzählt von seinen Plelden- taten gegen die Massai. Dann wieder wie 1.

Andere Musikinstrumente als die hierbei ge­nannten gibt es nicht.

T ransportmittel.

Wege: Breite, gut ausgetretene Fußwege

zwischen den Feldern. Seit Ende 1906, nach Gründung des Militärpostens, auch breiter gerodete und geglättete, gerade Straßen. Besonders im Lande der Mama Isara waren viele Brücken über die kleinen Bäche gelegt. Die Bäche sind zu klein, um schiffbar oder flößbar zu sein.

Handel.

Europäisches Geld (Rupie) kam unter Haupt­mann Merker ins Land, wird aber nur im Verkehr mit Europäern und Indern gebraucht. Unter Nachbarvölkern Tausch. Das Eisenblatt für die Hacke kaufen die Irakuleute für Mtama oder Hühner in Umbugwe oder Irangi, die Eisenteile der Speere in Mangati, Iramba oder Umbugwe.

Technik.

Ich habe nie etwas von Berufshandwerkern ge­sehen und gehört und möchte glauben, daß alles im Haushalt hergestellt wird, mit Ausnahme der Eisen­teile von Speeren und Hacken.

Nur einheimische Töpferei. Große lon- p-efäße, Hudhlai, von Wairaku selbst gefertigt, aus

o 7 1

Lehm, im Feuer gehärtet.

Von Flechtarbeiten verfertigen sie ! Matten und Körbe verschiedener Art. Große Matte, hafta, aus dem Schilfgras der Bachläufe hergestellt, meist als Schlafmatte verwandt (Nr. 47 der Samm- luno). Kleiner ziemlich flacher Korb, deeti, aus

* 3 '' J_

Blättern der Phoenixpalme (sansa) (Nr. 38). Großer Korb, laguänti, in dem die Weiber die Feld- | früchte heimtragen, wird wie ein Rucksack getragen

; (Nr. 45 )-