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Formen der Gefäße (Größen geschätzt), siehe l<ig. 3. Ferner flache Schalen 0,6 m Durchmesser, Rand 10 cm hoch. Querschnitt: I-!
Große bauchige Gefäße. Randverzierung durch
Fingereindrücke.
Andere Gefäße sind Körbe, gleich den Matten aus Schilf genäht. Kürbisschalen (maaramo) zum Aufbewahren des Mehls, Kürbisflaschen. Kochtopf aus Ton.
De’eti (Sammlung Nr. 38) kleiner Korb aus
Blättern der Phoenixpalme (Sansa).
Hudhlai, große Tongefäße etwa von der Größe der mittleren Khundi, von Irakuleuten gefertigt, aus Lehm, im Feuer gehärtet.
Lampen oder Fackeln nicht gesehen.
Ernährung.
Der Herd besteht aus den üblichen drei Steinen. Trinkgefäße: Tscharmia, ein Rindshorn zum Pombetrinken (Nr. 31 meiner Sammlung).
Das Getreide wird von den Frauen erst im Mörser durch Stampfen enthülst, dann mit Steinen gemahlen, nicht gestoßen. Mühle besteht aus einem Handstein auf flacher Platte, beides zusammen sa’a genannt. Mehl in waaramo (Kürbisschalen) aufbewahrt.
Aus Mehl wird fäa (= ugali d. Wasuaheli,
- Mehlbrei, Kleister) gekocht. Bohnen werden un- zerkleinert in gekochtem Zustand gegessen. Fleisch von Haustieren und Wild (jedoch nicht vom Nashorn) wird teils roh, teils am Spieß gebraten, teils gekocht gegessen. Trinken Milch, aber kein Blut. Doch kochen sie Rinderblut, das wie bei den Massai und Tatoga durch Anschießen der Halsader gewonnen wird, mit bassoro-(Pennisetum)-Mehl zu einem Brei, fojan genannt. Honig wird auch gegessen, nicht nur zu Honigbier verwandt. Honig
\lt
= denu.
Menu: 1. Tag fäa und amu (Kürbis), 2. Tag fäa und Fleisch, 3. Tag fäa und Milch. Alle drei Tage wieder dasselbe Menu.
Fäa aus bambare (Eleusine coracana) wird nur von Weibern und Kindern gegessen, nicht von Männern. Grund dafür: „Das ist unsre Sitte“,
sagte Isara. Im übrigen essen beide Geschlechter dieselben Speisen. Doch essen beide Geschlechter, auch die Kinder, getrennt, „weil die Weiber sich fürchten, die Männer könnten ihnen alles vorwegnehmen“.
Schmuck und Haartracht.
Schmuckstücke als Rangabzeichen scheint es nicht zu geben. Isara hatte eine bunte Indermütze,
doch wohl nicht als Abzeichen, sondern weil er sich’s leisten konnte. Er trug sie auch zu europäischem Kakianzug.
Sch m u c k de r M ä n ner: Perlenschnüre, meist etwa 10, aus grünen Perlen, doch auch andersfarbige, um den Hals. (Sammlung Nr. 39.) Perlen __ K w assu. Einzelne haben Elfenbeinspangen um den Oberarm, die meisten Pflöcke von 2 bis 3 cm Durchmesser in den Ohrläppchen und die meisten haben einzelne Federn (von Perlhuhn oder andren Vögeln) im Haar. Ringe aus Leder um die Knöchel, manchmal mit Messingplättchen (aus Patronenhülsen hergestellt!) verziert (Nr. 41 Giri- giria der Sammlung).
Frauen: Schmuck reicher als der der Männer. Z. B. tragen sie noch Armbänder (Nr. 43 der Sammlung tongo, Stroharmband, über den Ellenbogen getragen, aus mehreren Ringen, von denen einer geflochten, die andren gewickelt waren).
Haartracht der Männer: Gewöhnlich
vordere Kopfhälfte rasiert, hintere in lauter kleine Zöpfchen gedreht, die wde grober Bindfaden aus- sehen. Wo nicht gepflegt, kommt das krause Plaar heraus. Oft bärtig.
Weiber: Das ganze Kopfhaar zu solchen Zöpfchen gedreht.
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Künstliche Verunstaltungen.
Bemalung: Nicht beobachtet.
Tätowierung: Manche Frauen hatten das Gesicht mit dunklen Kurven tätowiert.
Z i e r n a r b e n : Die Weiber haben zahlreiche Narben am Rücken und den , , , , Armen, auch auf dem Bauch
und auf den Brüsten. 2 cm große, erhöhte Narben. An den Armen Anordnung der Narben in
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Form von Armbändern.
Männer und Frauen durchbohren das Ohrläppchen für Schmuck.
Beschneidung nach Wasuaheli- art. Grund: „Wenn einer sich nicht beschneiden läßt, so ist es schlimm, dann kriegt er keine P'rau.“
Fig. 4. Tätowierung einer Frau in Mburu.
Anordnung der Ziernarben.
Auf Veranlassung des verstorbenen, um die Ethnographie Ostafrikas so hochverdienten Hauptmanns kl e r k e r ließ ich mir zeigen, wde die Operation ausgeführt wäre!: Der zu Beschneidende legt sich mit dem Rücken auf den Boden und wird an den Oberschenkeln und der Brust festgehalten, während der Operateur schneidet,