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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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mehr fortwährend überwachen konnte und zum Teil auch an der den Zeichnern der Kolonialkarten noch nicht geläufigen Technik der Gefühlsisohypsen. Insbesondere machte der im vulkanischen Gelände öfters wiederkehrende Fall Schwierigkeiten, daß eine steile Wand mit gleichbleibender relativer Höhe am Abhang eines Berges herabzieht, wobei also die Isohvpsen schräg über die Wand hinweglaufen müssen.

Im Anschluß an U h 1 i g s Karten 1 ) wurden für die Geländedarstellung des 1:150000 Blattes Ge­fühlsisohypsen gewählt. Auf eine besondere Schummerungsplatte, welche im Interesse plasti­scher Deutlichkeit dieses morphologisch so inter­essanten Gebiets sehr erwünscht gewesen wäre, mußte wegen der hohen Kosten verzichtet werden. Leider mußte ich auch verzichten auf kotierte Iso­hypsen, die Äquidistanz anstreben, obwohl mein Material für deren Zeichnung mehr Anhaltspunkte geboten hätte, als das, welches U h 1 i g und ich von unserer Reise heimgebracht haben. Das lag daran, daß die Berechnung der Höhenmessungen sich stark verzögert hat und die Zeichnung großenteils schon ausgeführt war, bevor die Höhen endgültig Vor­lagen. Es wäre zu zeitraubend und kostspielig ge­wesen, sie in vielen Einzelheiten wieder zu ändern. Im allgemeinen wurde immer danach gestrebt, die Linien in etwa 30 m Abstand zu zeichnen, aber oft­mals ist davon abgewichen worden. Für den Ela- neirobikrater z. B. sind die 50 m - Abstände der Originalzeichnung beibehalten. Anderseits sind in flachem Gelände die Abstände oft geringer als 30 m. Um so wichtiger war es, alle gemessenen und ge­schätzten Höhenzahlen einzutragen.

Mit Hilfe der benachbarten Höhenzahlen geben daher die Gefühlsisohypsen innerhalb eines be- ; schränkten und in seinen Höhenverhältnissen gleich­artigen Gebiets einen Anhalt über die relativen Höhen. Sie können aber nicht dazu dienen, die relativen Höhen weiter voneinander entfernter Kartenstücke zu ermitteln. Dies kann nur aus den Höhenzahlen geschehen. Auch die geschätzten Höhenzahlen haben oft eine ziemliche Zuverlässig- ; keit, da vielfach die relative Höhe eines Punktes von verschiedenen Standpunkten mit gemessener Höhe geschätzt ist und die Schätzungen ausge- j

glichen wurden. !

Auf dem 1: 300 000 Blatt mußte natürlich die i Bogenmanier der Karte von Deutsch-Ostafrika bei- j

behalten werden. j

Den Grad der Erforschung des Landes ersieht der Kartenleser aus der verschiedenen Ausführlich-

') Die ostafrikanische Bruchstufe.

keit der Darstellung. Völlig unbekannte Strecken finden sich auf dem Gebiete der 1:150000 Karte nicht mehr. Ich habe das ganze Land überschaut manche Teile allerdings nur von entfernten Uber­sichtspunkten, so daß ich nur ihren allgemeinen I Charakter angeben kann. Solche Flächen sind ganz schematisch dargestellt, z. B. der größte Teil der Außenabdachungen des Hochlands der Riesen­krater. Auch wurden alle von uns zurückgelegten Wege, auch die nicht aufgenommenen in die Karte eingetragen, um zu zeigen, was uns aus der Nähe, was nur aus der Ferne bekannt ist.

Signaturen.

Außer der Topographie enthalten die Karten noch manche geographisch wichtige Angaben über den geologischen Bau, die Vegetation und die Be­siedelung des Landes. Diese Verhältnisse in ihrer Verbreitung übersichtlich darzustellen, wäre eine besondere geologische und eine Vegetationskarte mit Flächenkolorit erforderlich gewesen, auf die aus finanziellen Gründen verzichtet werden mußte. Ich mußte mich daher beschränken auf die Ein­tragung der Grenzen in verschiedenen Signaturen und auf Angaben mit Worten. Nur die besiedelten Landstriche sind durch Flächenkolorit hervor­gehoben. Auf dem 1 :30000c) Blatt konnten die Vegetationsgrenzen nur teilweise eingezeichnet werden.

Vom Aufbau des Landes ist angegeben die Grenze zwischen Grundgebirge und jungvulka­nischer Bedeckung, die gemessenen Streich- und Fallrichtungen und die Fundpunkte der gesammel­ten Gesteine durch deren Nummer, unter der sie in Abschnitt XI beschrieben sind. Die Wichtigkeit einer genauen Fundortsbestimmung, die mit Worten nicht hinreichend gegeben werden kann, rechtfertigt diese bisher nicht übliche Eintragung. Wo beide Kartenblätter sich decken, sind die geologischen An­gaben nur in das 1:150000 Blatt eingezeichnet. Auf die Einzeichnung der Grenzen des vulkanischen Gesteins ins 1 : 300000 Blatt wurde ganz verzichtet, da sie um den Ufiomeberg nicht näher bekannt sind, die Maare westlich des Hanang aber wesentlich aus Trümmern nicht vulkanischer Gesteine bestehen und die übrigen Grenzen auf dem i : 150000 Blatt dargestellt sind.

In der Darstellung der Vegetation übertrifft die 1: 150000 Karte die meisten bisherigen Aufnahmen in Ostafrika durch Angabe der Grenzen der Vege­tationsformationen auch hierbei je nach dem Grad der Erforschung mehr oder weniger ins Ein­zelne gehend. Innerhalb der fein punktierten