Teil eines Werkes 
T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
Entstehung
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Diejenigen meiner Wegaufnahmen, die außer- ! halb dieser beiden Blätter liegen, können nicht ge­sondert veröffentlicht werden, obwohl sie größten­teils durch Gebiete gehen, die bis dahin völlig un­bekannt waren. Es sind dies die Aufnahmen in der südöstlichen Massaisteppe und die im Sonjoberg­land, zwischen Ikoma und dem Hochland der Riesenkrater. Sie werden später in den Blättern A4, B 4 und C 5 der 1: 300 000 Karte von Deutsch- ! Ostafrika erscheinen. ;

Grundlagen.

Als Grundlage für die Karten dienten zunächst die nach Länge und Breite berechneten Punkte meines Triangulationsnetzes, welches an die Ver­messung der Nordgrenze der Kolonie, an Uhligs Merunetz und an einige von Kohlschütter nach Länge und Breite bestimmte Punkte anschließt (Abschnitt VI), ferner einige von mir ausgeführte Breitenbestimmungen (Abschnitt VII). Alle durch Rechnung nach cp und / bestimmten Punkte sind auf der Karte durch eine besondere Signatur kenntlich.

In das Netz der berechneten Punkte wurden die zahlreichen Punkte einkonstruiert, die durch die 1 Peiltischaufnahme gut bestimmt, aber nicht zur Be- 1 rechnung verwandt waren. Für den Punkt I 3 in Iraku wurden vorläufige Koordinaten zugrunde ge­legt, da die endgültigen aus verschiedenen Gründen erst nach langer Zeit berechnet werden konnten. Die endgültigen verschoben den Punkt I 3 auf der Karte um etwa 1 mm. Dadurch waren auch alle von I 3 abhängigen Punkte der Umgegend um kleine Beträge verschoben worden. Wir mußten darauf verzichten, die überaus zeitraubende Konstruktion und Neuzeichnung vorzunehmen, die auch das Kartenbild kaum merklich verändert hätte.

Einpassung der Wegaufnahmen.

Nachdem alle Punkte der Peiltischtriangulation konstruiert und die Konstruktion der Wegauf­nahmen in sich berichtigt und vollendet war, wurden die Weglinien zwischen den nunmehr festliegenden Punkten der Triangulation eingepaßt. Unter den Kompaßpeilungen gingen sehr viele nach solchen durch die Triangulation festliegenden Punkten. Durch Rückwärtseinschneiden dieser Peilungen ließen sich die Punkte der Aufnahme finden, von denen aus magnetische (Kompaß-) Peilungen vor­genommen waren. Zwischen ihnen wurde dann die übrige Wegaufnahme ohne Schwierigkeit ein­gepaßt. Beim Einträgen fremder Wegaufnahmen wurde in gleicher Weise vorgegangen, sofern sich genügend angepeilte Punkte mit den meinigen

indentifizieren ließen. Am leichtesten waren K o h 1 s c h ü 11 e r s Wege einzupassen, dessen zahlreiche Peilungen sehr gut mit meinen überein­stimmten. Zwei seiner Peilpunkte wurden sogar in die Berechnung des Triangulationsnetzes ein­bezogen.

Geländezeichnung.

In das so erhaltene mathematische Gerüst wurde dann das Gelände eingezeichnet. Dafür stand folgendes Material zur Verfügung.

1. Die rohen und verzerrten Skizzierungen, ja oft nur Andeutungen des Geländes in meinen und fremden Wegaufnahmen, sowie einige gesonderte Situationsskizzen von Ubersichtspunkten aus.

2. Meine im Grundriß ziemlich richtigen, aber in der Geländezeichnung meist .nur knapp skizzier­ten Peilblätter. Nur einzelne waren in schätzungs­weise äquidistanten Formenlinien gezeichnet (S. 20).

3. Zahlreiche Ansichtsskizzen vom Weg aus und Panoramen von fast allen wichtigen Punkten der Peiltischtriangulation.

4. Photographien von Gehler.

5. Die Höhenmessungen und Höhenschätzungen (darunter auch einzelne Zahlen von Koh lschiit- ter und U h 1 i g).

6. Meine Erinnerung.

Ohne daß ich mit meiner Erinnerung zu Hilfe kam, wäre die Auswertung des Materials, die Ver­einigung der verschiedenen Grundlagen von der­selben Gegend nur sehr unvollkommen möglich ge­wesen. Mir aber erstand aus all den Karten und Zeichnungen ein anschauliches Bild der Landschaft. So konnte ich mit Skizzen und Worten dem Zeichner, Herrn W. Rux das charakteristische der Formen angeben, der sie dann mit besserer Technik ausführte. Schon in die Urkonstruktion der Weg­aufnahmen wurde das Gelände eingezeichnet. Hier­bei entstand zuerst ein übersichtliches Bild aus dem auf etwa 900 Seiten verschiedener Aufnahmebücher zerstreuten Material.

Auch die Zeichnung der endgültigen Karten in 1:150000 und 1:300000 habe ich großenteils überwacht. Wo es sich um Einfügung fremden Materials handelte, habe ich Punkte indentifiziert, scheinbare Widersprüche der verschiedenen Auf­nahmen aufgeklärt. L ast überall gelang dies, nui Vereinzeltes blieb zweifelhaft, z. B. die staikc Biegung im mittleren Lauf des Matetebaches. So sind die Originalaufnahmen richtig gedeutet und vereinigt, so ist im ganzen der Charakter dei Land­schaft richtig zum Ausdruck gekommmen. Daß dies in manchen Einzelheiten nicht dei Fall ist, liegt daran, daß ich seit April 1909 die Zeichnung nicht