Part 
T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
Place and Date of Creation
Page
68
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

68

Punkt. Durch eine Drehung des ganzen Büschels lassen sie sich einrenken. Wenn wenige Peilungen vorhanden sind, ist die Beurteilung manchmal etwas willkürlich. Das zeigt folgendes Beispiel: Bei der Konstruktion der Aufnahme des Ngurue (Hanang) in i : 37 500 schnitten sich vier Peilungen, die vom Umgehungsweg nach dem Werthergipfel fühlten, genau in einem Punkte, eine ungewöhnlich gute Übereinstimmung, aus der hervorgeht, daß nicht nui die Peilungen gut waren, sondern auch die Punkte, von denen aus gepeilt wurde, durch die \\ egauf- nahme in ihrer gegenseitigen Lage richtig bestimmt waren. Der Werthergipfel war danach in seinei Lage zur Marschlinie sehr genau festgelegt. Eine andere Peilung vom höchsten Gipfel des Ngurue nach dem Werthergipfel beide sind nur 2 km voneinander entfernt wich um etwa io° von diesem Punkt ab. Ich verwarf sie als unbrauchbai, dachte an magnetische Störungen, obwohl die übri­gen Peilungen vom Gipfel solche nicht zeigten. Es wäre ja in dem vulkanischen Gestein nicht ausge- geschlossen, daß ich eine ganz andere Deklination erhielt, wenn ich mich bei einer Peilung einige Schritte abseits aufstellte. Indes, es wäre wohl möglich gewesen, die Peilungen dadurch zur Über­einstimmung zu bringen, daß man die ganze Marsch­linie mitsamt den Peilstrahlen, die sich so gut schnitten, so weit verschob, bis der Schnittpunkt mit der Peilung vom Hauptgipfel zusammenfiel. Das wäre vielleicht möglich gewesen, ohne das in sich so gut stimmende Stück der Aufnahme zu verändern, nur durch eine geringe Verzerrung der Stücke vorher und nachher. Nachträglich scheint mir, daß dies wohl das Richtigere gewesen wäre. Ist dem so, so müßte der Werthergipfel mehr im Südwesten vom Haupt­gipfel liegen und der sie verbindende Grat ent­sprechend verlaufen. Durch Peiltischaufnahme, die mir damals leider noch nicht zur Verfügung- Stand, hätten diese Zweifel beseitigt werden können.

Für die Berichtigung der Rohkonstruktionen war ferner der Umstand von Bedeutung, daß meine Weg­aufnahmen sich mehrfach kreuzen oder Schleifen beschreiben. Die Rohkonstruktion ergab zunächst kein genaues Zusammenfallen der identischen Punkte verschiedener Marschlinien. Sie mußte da­her soeingerenkt werden, daß Zusammenfallen stattfand.

Fremdes Material.

Wie weit sich meine Karten in ihren mathe­matischen Grundlagen auf fremdes Material stützen, (Grenzvermessung, Kohlschütter,Uhlig) ist bei der Besprechung der Triangulation in Abschnitt IV und VI angegeben. Für den Karteninhalt kamen von

fremdem Material ausschließlich Wegaufnahmen in Betracht, und zwar die Aufnahmen von Abel, Bast Baumann, Clauß, Dantz, Glauning, Graf v. Goetzen Hoesemann, Kannenberg, Kohlschütter, Ladeniamg Langheld, Matting, v. der Marwitz, Merker, Methner,*

; v. Prittwitz, Reitzenstein, Schlobach, Seyfried, Sper­ling, Stadlbaur, Stuhlmann, v. Tippelskirch, Tornau | Uhlig-Jaeger und Werther. Der Darstellung der I Bruchstufe und der östlich an ihrem Fuß gelegenen | Landschaften liegt größtenteils fremdes Material i zugrunde. Meine Aufnahmen beginnen, anschlie- j ßend an diejenigen von Uhlig und mir 1904, i n Umbugwe und umfassen von den Landschaften | östlich der Bruchstufe sonst nur noch die Gegend des Ngurue. Für die Gegend zwischen Umbugwe und dem Ngurue sind grundlegend die Aufnahmen von Schlobach und Sperling. Was nördlich und ' östlich von Umbugwe liegt, wurde aus Uhligs , Karte 1 ) größtenteils unverändert übernommen. In : dem 1 : 300 000 Blatt sind außer den Gegenden öst­

lich der großen Bruchstufe auch die Landschaften lssansu und Iramba großenteils, die Nordwest-Ecke vollständig auf fremdes Material begründet und i zwar auf Wegaufnahmen von Baumann, Dantz, Glauning, Graf Goetzen, Hoesemann, Kohlschütter, v. der Marwitz, v. Prittwitz, Seyfried, Tornau und Werther.

Die zwei Kartenblätter, Projektion.

Nur die von mir am eingehendsten aufgenom­menen Gebiete, das Hochland der Riesenkrater und die südlich angrenzenden Gebiete, konnten als be- i sondere Karte in 1 : 150 000 gezeichnet werden. Die Gegend des abflußlosen Rumpfschollengebietes zwischen Iramba, Njarasasee, Umbugwe und Ufiome wurde der Kostenersparnis wegen gleich für die Karte von Deutsch-Ostafrika, 1 1300000 gezeichnet, aus der das beiliegende Blatt einen Aus­schnitt darstellt. Daher mußten auf diesem Blatt die Projektion, Geländezeichnung und Signaturen des genannten Kartenwerkes verwandt werden. Be­sondere Eintragungen, die sonst auf der 1 1300000 Karte nicht üblich sind, konnten nur durch Über­druck gegeben werden.

Das Gradnetz beider Karten ist in der flächen­treuen Mercator-Sansonschen (bisher meist fälsch­lich 2 ) Sanson-Flamsteedsche genannten) Projektion entworfen. Der Mittelmeridian ist bei der 1 : 150000 Karte 35 0 30 7 , bei der 1 : 300 000 Karte 35 0 ö. L. v. Greenwich.

! ) Carl Uhlig, Die Ostafrikanische Bruchstufe. Mitt. a. d. Deutsch. Schutzg. Ergh. 2.

2 ) Max Eckert, Die Kartenprojektion. Gcorgr. Ztschi. 1910, S. 312.