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all zutage tretenden Sorgfalt der Beobachtungen wahrscheinlich ist, so dürfte der Fehler der Azimutmessungen sich in geringen Grenzen halten, obgleich der unbekannte Neigungsfehler wegen des ungünstig hohen Standes der Sonne etwa mit dem 1.7fachen Betrage in das Azimut eingeht. Eine Bestätigung dieser Ansicht läßt sich darin erblicken, ! daß in Loolmalassin ß und in Ngorongoro III die ! Orientierung des ausgeglichenen Netzes nach diesen | Beobachtungen fast die gleiche Korrektion erfordert, j nämlich — 3/9 und — 4/4. Es ist außerordentlich ! bedauerlich, daß diese offenbar zuverlässigen Beob- i achtungen bei der Ausgleichung des Netzes nicht | mitbenutzt sind. Für Gua z. B. würde sich eine J relative Verschiebung gegen Loolmalassin um 108 m | — 3.6" nach Osten ergeben, d. i. in der Karte O.72 mm, also eine darstellbare Größe. Außerdem j müßte das ganze Triangulationsnetz etwa um 5" | (= 1 mm) nach Osten verschoben werden. Diese j Verschiebung ist für die Jaegersche Karte ohne ! Belang, kommt aber für die Merukarte in Betracht.
Trigonometrische Höhenbestim- m ungen. Von Ng III aus sind einseitige Zenit- | distanzen (je eine Einstellung) von Ng II, Deani f j und Lemagrut a gemessen worden. Nimmt man die Seehöhe von Ng III zu t 779 m und die Refraktionskonstante k zu o. 13 an, so folgen daraus die Höhen von
Ngorongoro II 2469 m, j
Lemagrut« 3153 » |
Deani f 3200 ,, j
Bemerkung über Rückwärtsein- j schnitte. Die vorläufigen Koordinaten von j Elaneirobi und Loolmalassin wurden durch Berechnung von Rückwärtseinschnitten gewonnen. Da die Zielpunkte teilweise mehr als 100 km entfernt waren, versuchte ich bessere Werte durch Berech
nung sphärischer Rückwärtseinschnitte zu erlangen, wodurch mein Interesse für derartige Rechenmethoden geweckt wurde. Ich habe mich seither mehr mit der Aufgabe befaßt und gefunden, daß man mit Leichtigkeit auch größere sphärische Dreiecke berechnen kann, während die Methoden der Lehrbücher infolge der Einführung des sphärischen Exzesses nur auf kleine Dreiecke beschränkt sind. Jordan bemerkt, daß derartige Rechnungen nur selten ausgeführt werden. Den besten Beweis dafür liefern die fehlerhaften Formeln im Jordan- schen Handbuche zur Berechnung des Exzesses. 1 ) Die von mir gefundene Methode werde ich in einem besonderen Anhang auseinandersetzen. Die Veröffentlichung an dieser Stelle scheint am Platze zu sein, da sie der J a e g e r sehen Vermessung ihren Ursprung verdankt. Geographen haben sich in neuerer Zeit mehrfach mit dem Problem der astronomischen Ortsbestimmung im Polargebiet befaßt. Dort ermöglichen Rückwärtseinschnitte naturgemäß die beste Ortsbestimmung, da Azimute nicht durch Strahlenbrechung gefälscht werden. Auch bei Vermessungen in den Kolonien dürfte die Anwendung sphärischer Rückwärtseinschnitte, zumal ihre Berechnung ebenso leicht wie die ebener Rückwärtseinschnitte ist, zur astronomischen Ortsbestimmung Empfehlung verdienen. Aus diesen Gründen dürfte ebenfalls die Veröffentlichung in einer geographischen Zeitschrift angebracht sein.
x ) Handbuch der Vermessungskunde, 3. Bd., 5. Aufl., S. 184
€ S
und 249, wo es tang — statt tang — heißen muß. Ferner muß
s s
auf S. 263 in der Formel für sin e im Nenner— statt —stehen.
° 21- 2
In der Tafel [43] ist für das Argument 5.09 der Funktionswert 269.1 statt 169.1 zu setzen.
Anlage 1.
Koordinaten.
Station
<p
L östl. Gr.
Station
9
L östl. Gr.
Ngorongoro-Netz.
Loolmalassin ß .
O f "
— 3 3 5-6
Elaneirobi (Jaegergipfel) .
— 2 52 30.3
Ol Olmoti a.
— 3 2 35.4
Se 4 a.
— 3 24 47.6
Ng II.
— 3-15 26.2
Lamuniane ß .
— 2 24 58.5
Ei 16 ....
— 3 11 40-7
Lemagrut a
Gua ....
JJ • Ei 11 Mara Ei q H 20
Njarasa-Netz.
— 3
9
— 3
5i
— 3
4i
— 3
3i
— 3
48
— 3
28
— 3
40
52.2 20.8 11.0 5i-3 45-6 21.4
49.2
o ' "
35
48
54-3
35
46
46.2
35
39
8.2
35
42
45-2
35
32
35-7
35
26
58.2
35
24
324
35
22
6.5
35
34
31.6
35
32
5-2
35
22
55-8
35
26
53-3
35
6
17.2
35
18
59-7
Kinjangiru-Netz.
Ngurue a Kinjangiru H 22 . . .
Js.
O ' "
— 4 25 48.6
— 4 9 29.0
— 3 51 40.0
— 4 7 27.8
35 23 54.1
34 58 2.8
35 7 48.2
34 45 32.0
Bemerkung: Die Koordinaten der Punkte, die nur auf Rückwärtseinschnitten und Peiltischmessungen beruhen, werden hier nicht aufgezählt; desgl. zwei kleinere Netze, die nur auf Peiltisch- und Kompaßpeilungen beruhen.
Nebenpunkte.
Ol Ossirwa a Ol Deani i . Ei 17 . . . .
Ei 2.
Masodisch . .
Ng III . . . .
— 3
3
15-5
— 3
17
25
— 3
26
50
— 3
54
3
— 4
17
54
— 3
9
11
35
45
15.8
35
27
48
35
7
0
34
52
30
35
7
39
35
36
6