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T. 1 (1911) Aufgaben und Verlauf, die Karte, Ergebnisse der Sammlungen, Ethnographisches / von Fritz Jäger. Mit Beitr. von A. Wedemeyer ...
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buschbewehrte Trockenschlucht habe ich vergebens durchklettert! Aber in dem unbewohnten Lande o-ibt es auch keine landeskundigen Führer. Wenn man sonst in Ostafrika von der Karawanenstraße abweicht, so nimmt man sich vor allem einen Führer. Wir aber mußten meistens, besonders da, wo das Reisen sonst schon schwierig war, ohne Führer gehen, selbst der Karawane den Weg zeigen und selbst unsere Wasserstellen suchen. Das hat uns viel Zeit und Kraft gekostet. Dieser Umstand muß auch einen Mangel meiner topographischen Aufnahmen entschuldigen: die Spärlichkeit der er­kundeten Namen.

So sind teils die Trockenheit, teils die Unzu­gänglichkeit die Ursache, daß sich gerade hier weite Strecken unbewohnter Wildnis befinden, die am längsten von ganz Deutsch - Ostafrika der Er­forschung getrotzt haben.

Dieser erste Teil der Veröffentlichung über die Reise enthält vor allem den größten Teil der topo­graphischen Ergebnisse, niedergelegt in den beiden Karten in i : 150000 und 1 : 300000. Der Begleit- | text berichtet über die Entstehung der Karten. | Weiter enthält der Teil I diejenigen Forschungs­ergebnisse, die zu speziell sind, um in einer geo­graphischen Beschreibung des Landes Platz zu

finden, insbesondere die Bestimmungen der ge­sammelten Objekte. Der zweite Teil, der, wie ich hoffe, bald nachfolgen kann, soll dann die geo­graphisch - länderkundliche Darstellung der durch­forschten Gebiete geben.

Ich möchte diese Einleitung nicht schließen, ohne zuvor allen denen herzlich zu danken, die uns draußen in Afrika mit Rat und Tat gefördert haben. Der Raum verbietet mir, sie alle mit Namen zu nennen, aber einiger will ich hier gedenken. Vor allem meines Freundes C a r 1 U h 1 i g , jetzigen ord. Professors der Geographie in Tübingen, bei dem ich auf unserer gemeinsamen Reise 1904 sozusagen in die Lehre ging und mir die praktische Aus­bildung zum Forschungsreisenden erwarb. Ferner danke ich Herrn Geheimrat Hans Meyer, dem Vorsitzenden der Landeskundlichen Kommission, dessen energische Unterstützung wir auch in Afrikas Wildnis manches Mal angenehm verspüren konnten. Auch erkenne ich dankbar an, daß wir vom Kaiserlichen Gouvernement und der Schutztruppe und ihren Beamten und Offizieren sehr wesent­liche Förderungen erhalten haben, sowohl in Daressalam als auch in Tanga, Moschi, Aru- scha, Iraku, Mkalama, Ikoma und Muansa. ln besonderem Maße haben uns gefördert und zu Dank verpflichtet die Herren Oberleutnant Abel, Ober­leutnant Baumstark, Bezirksamtmann G u 11 - zert und Farmer A. S i e d e n t o p f.

III. Die Wegaufnahme.

Instrumente.

Bei den Wegaufnahmen (gewöhnlich Routen­aufnahmen, Itinerare genannt) wurde zur Rieh- t ungsmessung in der Regel ein Meißner- scher Fluidkompaß Nr. 2376 benutzt, bisweilen auch ein Routenkompaß von Sprenger Nr. 3322. Am Meißnerkompaß wurde stets nur das Nordende der Nadel abgelesen. Auch bei möglichst genauen Messungen hätte es keinen Zweck gehabt, zur Eli­minierung etwaiger Exzentrizitätsfehler beide Enden abzulesen. Denn gleich bei Beginn der Aufnahmen stellte sich heraus, daß das Südencle der Kompaß­nadel ein wenig verbogen war und daher immer auf einen etwas abweichenden Punkt der Skala zeigte. Sonst war ich mit dem Instrument sehr zufrieden. Es besaß noch nicht die jetzt auf F i 1 c h n e r s Vorschlag auch bei den Fluidkonipassen übliche Arretierung. Bei Peilungen ans freier PTand läßt

es sich bequem auf 14 bis i° genau ablesen, was bei Kompassen ohne Dämpfung kaum möglich ist. Un­bedingtes Erfordernis aber ist, daß man bei der Ab­lesung ruhig steht.' Wenn andere mit dem hluid- kompaß schlechte Erfahrungen gemacht hallen, so mag dies vielleicht darauf beruhen, daß sie, der : Weisung mancher Autoren folgend, die Kompaß-

; ablesungen im Gehen vorgenommen haben. Dabei ! wird die Nadel durch die Pendelschwingungen der Flüssigkeit in irgend einer, möglicherweise um 90 oder 180 0 abweichenden Lage festgehaltcn und ver­mag sich nicht einzustellen, so daß man falsch allliest.

Für die Messung der M arsc h d a u e r und damit der Weglängen benutzte ich eine gewöhn­liche, gut gehende Taschenuhr.

Zur Höhe 11 m e s s u n g diente das Bohne- sche Aneroid Nr. 4098, manchmal auch das Aneroid