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Bd. 2 (1920) Geschichte der Aufteilung Afrikas 1870 - 1919
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Die Aufteilung Afrikas von 1870 bis zur Gegenwart

größten Teil der Südzone, die ihm 1904 eingeräumt worden war, an Frankreich zu überlassen; die spanische Kolonie Rio de Oro, die nach dem Abkommen von 1904 bis zum Susgebiet ausge­dehnt worden war, sollte nur noch bis zum Draa reichen. Nörd­lich vom Draa behielt Spanien nur S. Cruz (Ifm), auf das es seit 1860 Ansprüche hatte, als Enklave im französischen Gebiet. Dagegen gelang es den Spaniern die Nordzone, von einigen Grenzberichtigungen abgesehen, annähernd in dem gleichen Um­fang wie 1904 zu behaupten. Die Bestimmung der Organisation der Stadt Tanger blieb noch besonderen Vereinbarungen vor­behalten.

15. Tripolis (1911-1912).

Die Vorgänge in Marokko bildeten den Anlaß zur Besetzung der türkischen Provinzen Tripolis und Barka durch die Italiener. Schon seit den sechziger Jahren hatte Italien, wie wir gesehen haben, danach gestrebt, Gebiete in Nordafrika zu erwerbet!, sowohl um Raum für seine überschüssige Bevölkerung zu ge­winnen, wie um seine politische und militärische Stellung am Mittel­meer zu verstärken. Zuerst hatten die Italiener das am nächsten liegende Land, Tunesien, in Aussicht genommen, aber nachdem die Franzosen ihnen hier zuvorgekommen waren, die Augen auf Tripolis und Barka geworfen. Wiederholt in den achtziger und neunziger Jahren hören wir von Bemühungen der italienischen Regierung, sich diese Landschaften durch Verhandlungen mit den anderen Großmächten zu sichern*). Nachdem Italien durch die obenerwähnten Verträge von 1900 und 1902 die Zustimmung Frankreichs und wahrscheinlich in dieser Zeit auch die Einwilligung Englands^) erhalten hatte, wartete es nur einen geeigneten Zeit­

meter angegeben, die Einwohnerzahl auf ca. 1 Million. Die französische Zone um faßt demgegenüber 572 000 Quadratkilometer und 3 r/g Millionen Einwohner. Die spanische Zone ist also viel stärker bevölkert als die französische. In der Kolonialen Rundschau 1915, S. 105 wird die Einwohnerzahl der spanischen Zone erheblich geringer, nur auf 400 000 bemessen.

0 Vgl. S. 22, 103.

2) Vgl. S. 135 und Dämonon S. 458. In den Verträgen von 1887 und 1891 hatte Deutschland bereits die italienischen Ansprüche auf Tripolis an­erkannt vgl. S. 103, Anm. 1. Nachdem Frankreich die italienischen Rechte auf Tripolis anerkannt hatte, wurde bei der Erneuerung des Dreibunds im Juni 1902 ein Zusahprotokoll dem Vertrage beigefügt, in dem sich Osterreich-Ungarn dazu verpflichtete, der italienischen Aktion in Tripolis und in der Cyrenaica