Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1920) Geschichte der Aufteilung Afrikas 1870 - 1919
Entstehung
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Die Erwerbung von Deutsch-Südwestafrika

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französische System" nannte, aus; er wollte nicht Gebiete er- nehr werben, in denen erst künstlich wirtschaftliche Interessen geschaffen ^ würden, er wollte keine überseeischen Provinzen des Reiches, die durch Geheimräte oder Offiziere verwaltet und durch ständige nie Garnisonen geschützt würden. Er wollte nur an den Stellen, wo bereits erhebliche deutsche Interessen vorhanden, wo deutsche Kaufleute angesessen und begütert wären, diesen den Schutz des Reiches gewähren; doch sollten nicht Bureaukraten, son- dern Kaufleute regieren, wenn möglich zusammengeschlossen zu ^ch- großen kapitalkräftigen Gesellschaften, nach dem Muster der E Englisch-Ostindischen Kompagnie und der eben gegründeten Britischen Nordborneo-Gesellschaft. Auf diese Weise dachte er die finanzielle und militärische Verpflichtung des Reiches auf ein Minimum zu beschränken; das Risiko für das Wohl und Gedeihen da» der Kolonien sollten die Kaufleute tragen. Der Gang der Dinge nken ist dann freilich ein ganz anderer gewesen, als ihn der Fürst sich lber. gedacht hat. hei--

lkten II. Die Erwerbung von Deutsch - Südwestafrika.

Die Gründung des deutschen Kolonialreichs in Afrika ist in E" ähnlicher Weise, wie die der amerikanischen Kolonien Englands im 17. Jahrhundert, ohne festen einheitlichen Plan und nicht durch den Staat, sondern durch die Initiative Privater erfolgt. Ein Bremer Tabakhändler, Adolf Lüderitz^), der viel in der Welt ^ ^ herumgekommen war, übrigens keineswegs zu den größten Vgl, Kaufleuten der Weserstadt gehörte, faßte 1882 den Plan, eine 18'? Niederlassung in Südwestafrika zu gründen zwischen dem 22. und 28. Grad s. Breite, an einen: Teile der Küste, der noch von keiner europäischen Macht in Besitz genommen war. Auf seinen Ent- nist, schluß mag die Tatsache eingewirkt haben, daß die Rheinische ^ Missionsgesellschaft (aus Barmen) seit langem im Hinterlands tätig »am,, rvar^). Er hoffte, gewinnreichen Handel mit den das Innere be- ^ hin. wohnenden Stämmen und wohl auch mit den Buren treiben zu können. Er plante weiter die Anlage von Faktoreien, Pflanzungen und Straußenfarmen und glaubte auch aus gewissen Anzeichen dar-

jtigal ^

i4ff>, Über sein Leben vgl. Zeitschrift für Kolonialpolitik XI (1909) 305ff.

larik- Wülffing hatte, wie S. 61 erwähnt, schon 1881 aus das Land aufmerksam

l889, gemacht. Vgl. auch die Artikel Büttners im Erport 1882, Nr. 19, 22, 26, 28, 29. Lüderitz stand in keiner Beziehung zur Missionsgesellschaft. Zimmermann 47.