Die Besetzung von Tunis durch die Franzosen
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Sklavenküste, an der unter dem Zweiten Kaiserreich verschiedene Verträge abgeschlossen worden warei^), ohne daß eine wirkliche Besitznahme stattgefunden hätte, lieh sich der Kapitän Paul Serval 1878 den Besitz von Kotonu von neuem vonr König von Dahomey bestätigen; 1882 wurde auch das Protektorat über Porto Novo erneuert.
Auch am Kongo begann die Ausbreitung Frankreichs in diesen Jahren einzusetzen. Savorgnan de Brazza machte 1876 bis 1878 große Forschungsreisen im Hinterlande von Gabun, die freilich zuerst noch keine politischen Folgen zeitigten. Erst nachdem man durch die Expedition Stanleys auf den Wert der Kongoregion aufmerksam geworden war, und als zu befürchten stand, daß die „Association" oder Portugal Frankreich den Rang ablaufen möchten, ging man zu einer großzügigen Expansionspolitik über. Ihr Träger war insbesondere wieder Brazza, der die Trikolore 1880 siegreich von Gabun bis zu den Ufern des Kongo trug^).
Endlich wurde auch in Nordafrika die traditionelle Ausbreitungspolitik wieder aufgenommen. Die Besetzung von Tunis, die 1881 vollzogen wurde, ist schon 1878 diplomatisch vorbereitet worden. Die Bedeutung dieser Erwerbung ist indes so groß, daß eine eingehendere Betrachtung angebracht erscheint.
3. Die Besetzung von Tunis durch die Franzosen (1881).
Das Hauptwerk über die Erwerbung von Tunis ist das Buch von ?. H. X., Da poNtigns Irauyaiso en Dnuisio, karis 1891. Verfasser ist der bekannte Politiker Paul d'Estournelles de Constant. Zu vergleichen sind ferner: ^Ikreä Ram- dancl, .Inlso Vorr^, S. 287ff. (mit Literaturangaben), Oarov, D'^kriguo 191 ff., sowie Kanotaux, Histoirs äs la 1?rauo6 oontewporaino, Bd. 4. Eine quellenmäßige Darstellung der Erwerbung Tunesiens durch die Franzosen gibt Hans Plehn in der Zeitschrift für Politik VII (1914), Iff. Vgl. auch Balthasar Hof- stetter, Vorgeschichte des französischen Protektorats in Tunis bis zum Bardo- vertrag 12. Mai 1881, Bern 1914.
Es ist begreiflich und natürlich, daß Frankreich schon seit dem Beginn der Okkupation Algeriens eine Erweiterung seiner nord- afrikanischen Besitzungen sowohl nach Westen wie nach Osten angestrebt hat. Auf beiden Seiten lagen schwache Staaten, die einer europäischen Großmacht kaum auf die Dauer Widerstand
y Vgl. Bd. 1, 180.
y Über die Politik Frankreichs gegenüber der Association, sowie über die weitere Ausdehnung des französischen Kongogebiets siehe Kapitel 6.
D a r UI st a e d t e r, Aufteilung Afrikas II.
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