Amerika als Ganzes. — Geistige Kultur.
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denartigsten Landschaften, ans der trocknen Costa, aus dem Hochgebirge mit Puna und Sierra und aus dem östlichen, feuchten Urwaldgebiete zusammensetzt. Einheitlicher ist Chile, das nicht über die Wasserscheide des Hochgebirges hinübergreift. Tiotzdem ist dieses ein eigenartiges Staatengebilde, infolge seiner langen Erstreckung von Kap Hoorn unterm 66° S bis etwa zum 18° S, also durch 38 Breitengrade (= über 4000 km) bei einer durchschnittlichen Ausdehnung von W nach 0 von nur etwa 200 km.
Für den Welthandel ist von den drei Staaten Chile das wichtigste Land; seine Einfuhr belief sich 1901 auf 213, seine Ausfuhr auf 26h Mill. M., während Peru in diesem Jahre nur für 55 Mill. M. Waren ein- und für 86 Mill. M. ausführte, Bolivia sogar nur lür 30 hezw. 66 Mill. M. In militärische! Hinsicht ist ebenfalls nur Chile ein Machtfaktor; sein Heer hat eine Friedensstärke von fast 18000, eine Kriegsstärke von 90000 Mann, und seine Flotte zählt 34 Schiffe mit 355 Geschützen.
g) Geistige Kultur: Geistesleben und Religion.
In Süd- und Mittelamerika hat der Druck der frühern spanischen Herrschaft die Entfaltung des geistigen Lebens ebenso 'gehemmt wie die des wirtschaftlichen Das Hauptziel dieser Herrschaft war, die durch ein glückliches Schicksal zugefallenen Länder auszubeuten, nicht in ihnen die Saat einer höhern Kultur auszustreuen. Die Roheit, mit der die spanischen Eroberer vorgingen und eine bereits bestehende, verhältnismäßig hohe Kultur, z. JB. in Peru und Mexiko, zertrümmerten und die Art, wie sie ihre Herrschaft aufrichteten, hat nicht bloß die geistige und wirtschaftliche Entwicklung der Eingeborenen, die als teuflische Wesen verachtet wurden, jäh unterbrochen, sondern auch das ganze innere Leben der jetzigen Staaten einem Abgrunde, zugeführt, dem diese sich nur mit großer Mühe wieder entreißen können. Das Gute, was von der Kirche, namentlich den Jesuiten, stellenweise gewirkt wurde, hat in den südamerikanischen Staaten wenig dauernden Nutzen stiften können, weil diese Einrichtungen, da die Interessen von Staat und Kirche zu sehr miteinander verquickt waren, in den langen Revolutionsjahren, die der Losreißung der südamerikanischen Republiken vorangingen, meist vernichtet wurden.
Anders entfaltete sicli das geistige Leben in Nordamerika. Dort hat die größere Freiheit, welche die staatliche Verwaltung den Bürgern ließ, die geistige Entwicklung der Bevölkerung in hohem Maße gefördert. Der Wert einer guten Volksbildung wird namentlich in den Vereinigten Staaten sehr gewürdigt. Die einzelnen Staaten der Union wetteifern gleichsam in der Einrichtung guter Volksschulen, deren Besuch obligatorisph ist, und reiche Männer spenden ungeheure Summen für die Errichtung von Universitäten, Museen und Bibliotheken.
In allen Staaten Amerikas ist jetzt fr ei e Religio ns Übung gestattet. In Süd- und Mittelamerika, sowie in Mexiko, wiegt durchaus das katholische Bekenntnis vor. Auch in den Ver-
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