Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Amerika.

Neu-York, Philadelphia, Chikago, St. Louis, ferner Pittsburg, Cleve­land und Detroit, die gleich Chikago namentlich durch ihre Eisen- uud Stahlindustrie hervorragen, und Milwaukee mit großartigen Bierbrauereien.

c) üer Austausch der Erzeugnisse: Binnenhandel, Ein- und Ausfuhr, d) Das Verkehrswesen: Eisenbahn- und Schiffahrtslinien.

Ein lebhafter Binnenhandel wird in vielen Teilen Amerikas durch die große Verschiedenheit der Erzeugnisse hervor­gerufen. Es lassen sich vier Gebiete gegenüberstellen: die Ge­riete des Getreidebaues und der Viehzucht einerseits und die der Industrie und des Bergbaues anderseits; den letzteren sind auch die Gegenden, die vorwiegend Handelsgewächse, wie Baumwolle, Zucker, Kaffee, Tabak u. s.w. erzeugen, zuzurechnen. Der Umstand, daß diese Gebiete mit ganz verschiedener Produktion, die auf einen Austausch ihrer Erzeugnisse angewiesen sind, oft, wie in den Vereinigten Staaten Nordamerikas, weit auseinander liegen, verlangte die Überwindung großer Verkehrsschwierigkeiten und die Schaffung sehr vollkommener Verkehrseinrichtungen. Am weitesten ist man bei der Lösung dieser Aufgabe in Nordamerika fortgeschritten, hinter dem Südamerika weit zurückgeblieben ist.

Mit einem natürlichen Verkehrsnetze für den Binnen­handel ist Südamerika wohl ebenso vorteilhaft ausgestattet wie Nordamerika. Auch war die Schaffung künstlicher Verkehrsstraßen dort nicht mit mehr Schwierigkeiten verbunden als hier, da diese im allgemeinen die nämlichen waren und vorwiegend in der Um­gehung von Wasserfällen und in der Überschreitung der hohen Gebirge des Westens bestanden. Aber ebenso wie in der Industrie ist Südamerika auch in der Benutzung und im Ausbau der Wasser­straßen hinter Nordamerika zurückgeblieben. Man vergleiche die Schiffahrtsstraße der Kanadischen Seen und des St. Lorenz­stromes, auf der sich die bedeutendste Binnenschiffahrt auf Erden entwickelt hat, mit der des Amazonenstromes, auf dem erst in jüngster Zeit ein regelmäßiger Dampferverkehr begonnen hat (vgl. S. 290), ferner die Schiffahrtsstraße des Mississippi und des viel­befahrenen Ohio mit der des La Plata-Stromes und seiner Neben­flüsse, endlich die heute wichtige Schiffahrtslinien bildenden atlan­tischen Küstenflüsse Nordamerikas mit den kaum befahrenen bra­silianischen Küstenflüssen. In Nordamerika sind, besonders im NO der Vereinigten Staaten, zahlreiche Kanalverbindungen geschaffen worden, teils um die Sperrungen der Wasserfälle zu umgehen, teils um kürzere Verbindungen herzustellen. In Südamerika liegen solche Ziele überall noch in weiter Ferne und selbst das schon von der Natur durch Flußgabelung vorgebildete großartige Verkehrsnetz des Amazonenstromes und Orinoco ist noch nicht zur Ausgestal­tung gelangt.