Amerika als Ganzes. — Gewerbtätigkeit.
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Wie Amerika durch die Fülle seiner pflanzlichen Erzeugnisse fast mit Asien in Wettbewerb treten kann, so übertrifft es diesen Erdteil durch die bedeutende Entwicklung-, welche zugleich seine Viehzucht gewonnen hat. Dieser stehen riesige Grassteppen zur Verfügung, die Prairien Nordamerikas, die Llanos, Pampas uud die Hochebenen Brasiliens in Südamerika, die namentlich der Rindvieh- und Pferdezucht dienen.
Den größten Reichtum an Rindvieh haben die nördlichen Prairie-Staaten der Vereinigten Staaten Nordamerikas und die La Plata-Staaten. In jenen wird auch eine bedeutende Schweinezucht betrieben. Die trocknen Gebiete des Westens dienen in Noid- amerika der Schafzucht, während in Südamerika neben Schafen auch Lamas und Vicunas eine Rolle spielen.
Ungeheure Reichtümer hat der Bergbau Amerikas auf den Weltmarkt geliefert und liefert er noch heute. Zwar hat die riesige Ausbeute an Silber in Mexiko, Peru, Bolivia, Chile und im W der Vereinigten Staaten Nordamerikas nachgelassen. Auch der Gold- reichtum Californiens ist erschöpft. Dagegen wurde in Alaska das reiche Goldgebiet von Klondyke bekannt. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika liefern außer Gold und Silber feiner große Mengen Kupfer und Eisen aus dem Seengebiet uud besitzen einen ungeheuren Reichtum an Kohlen, Petroleum und Naturgas, namentlich im Staate Pennsjdvanien. In Südamerika ist besonders die Salpetergewiunung im nördlichen Chile hervorzuheben. ;
b) Die Veredelung der Rohstoffe r^Gewerbtätigkeit. •
Der Reichtum an Rohstoffen wird in Nordamerika, insbesondere in den Vereinigten Staaten, von einer tatkräftigen, der Abstammung nach meist gei manischen Bevölkerung mit allen Mitteln der neuzeitlichen Industrie gewerblich veiwertet; Südamerika mit seiner weniger tatkräftigen, vorwiegend romanischen Bevölkerung steht in dieser Hinsicht weit zurück, obschon es zuerst kolonisiert wurde. Die Ursache dieses merkwürdigen Unterschiedes ist darin zu suchen, daß die früheren südamerikanischen Kolonien Spaniers und Portugals von diesen Staaten vorwiegend zu Zwecken der Ausbeutung benutzt, nicht wirklich kolonisiert wurden. Die Vereinigten Staaten Nordamerikas haben sich zum zweiten Industrielande der Erde emporgeschwungen und sind, mit reicheren Hilfsmitteln ausgestattet, im Begriffe, auch England den Rang abzulaufen. In der Eisen- und Stahlindustrie haben sie dieses bereits überflügelt. Neben dem Maschinen- und Schiffsbau sind auch die Textilgewerbe, das Tabakgewerbe, die Bierbrauerei und andere Gewerbe in großartiger Entwicklung begriffen. Das in den Fabriken der Vereinigten Staaten angelegte Kapital betrug im Jahre 1900 etwa 40 und der Wert der Fabrikate etwa 55 Milliarden Mark. Die Hauptsitze der gewaltigen Industrie sind