Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Amerika.

land fortsetzt, wobei die Richtung aus der südlichen allmählich in eine östliche übergeht. Abseits von der Südspitze Südamerikas liegen im Atlantischen Ozean die Falkland-Inseln.

b) Das Kulturbild.

Der Gebirgsbau und das trockene Klima ziehen in den west­lichen Gebieten Südamerikas dem Anbau ebenso enge Grenzen wie im W Nordamerikas.

Das Küstengebiet. Während die Küste von Ecuador bis zum 4° S, weil sie bei hoher Wärme genügende Niederschläge empfängt, wertvoll für den Anbau ist und namentlich Kakao von vorzüglicher Güte liefert (s. S. 289), können in der wüsten­haften Costa von Peru, sowie in der Atacama-Wüste des nördlichen Chile nur dort, wo die von den Cordilleren herab­strömenden Gebirgsflüsse eine künstliche Bewässerung des Bodens ermöglichen, Kulturgewächse angepflanzt werden. Die Flußläufe sind daher die Siedelungslinien. An ihren Ufern erblühten wohlhabende Gemeinwesen und sogar einige verhältnis­mäßig reiche Städte, z. B. Lima (110000 E.), die Hauptstadt Perus, und Arequipa, die zweitgrößte Stadt dieses Landes, die aber schon in halber Höhe der Westcordillere in einem Kessel, inmitten von künstlich bewässerten Wiesen und Anpflanzungen, liegt. Die Anbaugewächse in den Flußoasen der Costa von Peru sind Zuckerrohr, Reis und Baumwolle. An Rohrzucker, der an Güte dem von Cuba gleichkommen soll, konnte Peru i. J. 1900 für 30 Mill. M. ausführen, d. i. */» des Wertes der ganzen Ausfuhr. In den Zuckerpflanzungen werden vorwiegend chinesische Arbeiter benutzt. Während Zuckerrohr und Reis nur im heißen N Perus, Baumwolle aber fast in allen Tälern dieses Landes angebaut wird, spielen im Anbau des Südens noch Weinstock, Oliven­baum und allerlei Obstarten eine bedeutsame Rolle.

In dem mittlem Abschnitte des großen Längstales von Chile werden Winter regen zu einem ausgedehnten Anbau von Getreide benutzt, besonders von Weizen, der wegen seiner hervorragenden Güte eine gesuchte Ware ist und daher viel ausgeführt wird, sowie von Mais und Gerste; letztere wird zur Biererzeugung angepflanzt. Desgleichen werden Obst-, Wein- und Tabakbau eifrig betrieben. Im südlichen Chile und auf der Insel Chiloe (tschiloe), wo die Ernten schon unter zu reichlichem Regen und Nebel leideu, baut man Roggen und Hafer, und ganz im S, an der Magelhans-Straße, kommen nur noch Hafer, Gerste und Kartoffeln fort. Chile, ins­besondere die Insel Chiloe, gilt als die Heimat der Kartoffel.

Die Art der Bewirtschaftung des Bodens ist in Chile meist noch primitiv.Ein großer Teil des Bodens (s. Sievers Südamerika") ist nämlich in Händen von Großgrundbesitzern, den Nachkommen der Eroberer, an welche die Krone Land in großem