Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Amerika.

Mündungstrichter des Rio de la Plata ist den größten Seeschilfen zugänglich, und Paranä und Paraguay sind bis weit hinauf schiffbar, wenn auch Sandbänke, die fortwährend ihren Platz wechseln, die Schiffahrt streckenweise gefährden. Im Aus­bau des Eisenbahnnetzes ist Argentinien am weitesten vor­geschritten. Die geplante transandinische Bahn, die von Buenos-Aires über Meüdoza nach Valparaiso (walparaißo) führen und also die Ost- und Westküste Südamerikas verbinden soll, macht aber einstweilen noch vor den Gebirgspässen Halt. Sie würde Argentinien eine bedeutende Ausfuhr von Rindvieh nach den weniger viehreichen Gebieten auf der Westseite Süd­amerikas ermöglichen. Die Viehherden müssen jetzt mühsam über die Hochgebirgspässe getrieben werden, wobei viele Tiere unter­wegs erschöpft zusammenbrechen, die dann eine Beute des hoch in den Lüften schwebenden Kondors werden. (Siehe folgenden Abschnitt).

Die bedeutendsten Ausfuhrhäfen und Handelsstädte sind in Brasilien dessen Hauptstadt Rio de Janeiro (550000 E.) Bahia (220000 E.), Pernambuco (200000 E.), Säo Paulo (ßäung paülo, 70000 E.) undSantos, in Uruguay die Hauptstadt Montevideo (270000 E.) und in Argentinien die Hauptstadt Buenos Aires (d. h. gute Lüfte, 760000 E.) und Rosario (100 000 E.), der Stapelplatz am Paranä; die größte Stadt in Paraguay ist die Hauptstadt Asuncion (50 000 E).

Die frühere Indianer-Bevölkerung hat sich am zahl­reichsten noch in Gebieten Brasiliens erhalten, wo sie im ganzen noch etwa l /s Mill. zählen mag. In Argentinien sind die Indianer gewaltsam ausgerottet oder von dort nach Chile verdrängt worden. Eine starke Neger- und Mischbevölkerung besitzt nur Brasilien. Zu den Portugiesen und Spaniern, die ursprünglich den Hauptbestandteil der Bevölkerung Brasiliens und der La Plata-Staaten gebildet haben, ist in neuerer Zeit eine starke Ein­wanderung von Italienern getreten. Deutsche haben sich in größerer Zahl von über 300000 in Südbrasilien, wo sie besonders in den Staaten Rio Grande do Sul und Santa Catharina blühende Gemeinden bilden, angesiedelt.

7. Das westliche Faltengebirge von Südamerika.

a) Das Landschaftsbild.

Südlich vom Knoten von Pasto (s. S. 283) bestehen die Cor- dilleren oder Anden Südamerikas eine Strecke weit, nämlich in Ecuador, aus zwei Parallelketten, die durch Riegel oder Querjoche verbunden sind und ein bald schmäleres, bald breiteres Hochland in großartiger Umarmung umfassen. Die Riegel oder Querjoche wurden zum Teil durch herabgeflossene Lavaströme