Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Das Gebiet des Mississippi, Alleghanys und atlantisches Küstenland. 259'

arme, dann waldlose Grassteppen, Prairien genannt, entstehen. Im N beginnen diese schon am Südwestgestade des Michigan-Sees. Fast völlig baumlos ist das Gebiet westlich vom 100. Meridian W. Nur in den Schluchten der tief eingeschnittenen Flüsse reichen die sog. Galeriewälder weiter nach W. Das übrige Land bildet Gras- oder Salzsteppen; erstere sind mit dem Büffelgras bewachsen. Früher lebten ungeheure Büffel­herden im ganzen Mississippigebiet, namentlich aber in den west­lichen Steppengebieten.

Aus den östlichen Mississippigegenden waren die Büffel oder Bisons bereits zu Anfang des 18. Jahrhunderts verdrängt. Um das Jahr 1820 begann auch die Abschlachtung der Tiere in den Prairien. 1870 gab es noch eine große Südherde zu beiden Seiten des Arkansas und eine noch stärkere Nord­herde zu beiden Seiten des Missouri. Jene war schon fünf Jahre später, die andere bis zum Jahre 1884 fast vollständig vernichtet. Eine kleine Herde der nun fast ganz ausgestorbenen Tiere genießt im Yellowstone-Park, dem National­park der Nordamerikaner, den Schutz der Regierung.

b) Das Kulturbild.

Die klimatischen Unterschiede bedingten, daß sich der Anbau in dem weiten Gebiete sehr verschieden gestaltete. Es geht sowohl ein Wechsel von 0 nach W, als auch von S nach N vor sich. Jener wird durch die Abnahme der Niederschläge, dieser durch die der Wärme bedingt. Die Abnahme der Niederschläge in west­licher Richtung hat schließlich die Wirkung, daß der Anbau, etwa westlich vom 99. Meridian, ohne künstliche Bewässerung überhaupt unmöglich wird, während die Wärmeabnahme nach N nur zur Wahl einer anderen Kultur zwingt. Der Nordamerikaner selbst wählt daher eine nordsüdlich gerichtete Grenzlinie, um sein Land in zwei gänzlich verschiedene Natur- und Kulturgebiete zu zerlegen, und nennt das Gebiet östlich vom Mississippi und unteren Missouri das Gottes-Land, das westliche aber denfernen Westen".

Der Osten. Das östliche Gebiet ist in der Tat ein Gottes- Land, ein Gebiet, das zu den gesegnetsten auf Erden gehört und alles bietet, was zu einer reichen Entfaltung des Wirtschafts- und Kulturlebens des Menschen erforderlich ist. Es reicht nach W noch eine Strecke über den Mississippi hinaus, soweit als die Niederschlagsmenge wenigstens 100 cm beträgt und umfaßt noch die breite Niederung des großen Stromes.

Im S liegt ein breiter Kulturgürtel für tropische Gewächse. Das Klima übt in diesem Gebiet, das zu den fruchtbarsten auf Erden gehört, eine staunenerregende Wirkung auf das Gedeihen der Pflanzenkulturen aus.

Fast elf Monate im Jahre ist sommerliches Wetter, und höchstens im Januar kommt, etwa alle 23 Jahre, einmal Schneefall vor. Im Dezember, wenn in den nördlichen Gegenden der Vereinigten Staaten alles eingeschneit und eisumstarrt ist, pflückt man in Florida, Georgia, Carolina und in andern Bezirken des Südens die reifenden Feigen von den Bäumen, und auf den Märkten kommen die Kartoffeln der zweiten Ernte zum Verkauf. Das Meiste und das

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