Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
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Asien als Ganzes. Pflanzen und Tierleben.

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ist der Balkasch-See, der größte Süßwassersee Asiens der Baikal-See.

Infolge der großen Faltenbewegung, der Asien unterworfen war, konnten die meisten Ströme auf weiter Strecke oder doch auf dem obern Abschnitte zu ihrem Lauf große Längstäler benutzen. Namentlich bei den vorder- und hinterindischen Strömen trifft dies zu. In den trocknen Gebieten mit kontinentalem Klima, wo die Gesteinszerstörung sehr schnell voranschreitet, ersticken die Ge­wässer fast in der gewaltigen Schuttansammlung. Sehr eigen­artige Talbilder mit senkrechten Talwänden sind in dem Löß­gebiete, das der Hoangho und seine Nebenflüsse durchströmen, entstanden. Asiatische Ströme, die an der Mündung ein größeres Delta gebildet haben, sind Euphrat-Tigris, Indus, Ganges-Brahma- putra, Irawadi, Mekong und Lena, während Jenissei, Ob, Amur und Jangtsekiang eine Trichtermündung haben.

e) Pflanzen- und Tieiieben.

Die Verschiedenheit des Klimas hat eine sehr ungleiche Ent­faltung des Pflanzenlebens hervorgerufen. Die Möns Unländer, besonders des tropischen Südasien, stehen in der Fülle und dem Formenreichtum ihrer Flora unerreicht auf Erden da. Die hervorragendsten Vertreter dieser Flora sind Palmen, Pisang- oder Bananengewächse und Bambusrohr. In lichtem Wäldern entfaltet dieselbe viele Farbenreize. Die Nordgrenze finden die immergrünen Gewächse in China an der im vorigen Ab­schnitt bezeichneten Klimascheide, in Japan etwa in der Breite des 35. Parallels. Doch auch in den nördlichen Gebieten Ost­asiens, im nördlichen China, in Korea, in der Mandschurei und im nördlichen Japan, zeigt das Pflanzenleben, das sich also dort aus blattwechselnden Bäumen und Sträuchern zusammensetzt, eine groß­artige Entfaltung. Die Wälder dieser Gebiete weisen die größte Zahl von Gattungen und Arten der Holzgewächse auf; nur das nordamerikanische Waldgebiet kommt in dieser Hinsicht dem ost­asiatischen Wald gebiete annähernd gleich. In zwei großen Gebieten, in dem am höchsten gehobenen Teile Zentralasiens und im hohen N, läßt das geringe Wärmemaß das Pflanzenleben ver­kümmern. In andern Gebieten, namentlich West- und Zentral­asiens, nahm übergroße Trockenheit dem Pflanzenleben die Kraft zur Entfaltung. Große Gebiete Zentral-, Nord- und Westasiens bilden daher bäum- und strauchlose Steppen oder gar Wüsten, deren dürftiges Pflanzenleben in schroffstem Gegensatze zu dem üppigsten Pflanzenwuchs der Monsungebiete Süd- und Ostasiens steht. Die bedeutendsten Steppengebiete Asiens sind die sibirische Tundra, eine Moos- und Flechtensteppe, die nach S fast bis zum 60. Parallelkreise reicht, die Kirgisensteppe, die von der Tundrazone durch eine Waldzone getrennt wird, die Hochsteppen des Pamir und von Tibet, ferner große Gebiete der Mongolei, von