Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Asien.

mehr in der heißen Zone liegen, noch ein recht warmes Klima. West-, Zentral- und Nordasien haben ein kontinentales, Süd- (ohn£ Arabien) und Ostasien ein ozeanisches Klima. Das kontinentale Klima West- und Nordasiens erklärt sich aus der Lage dieser Gebiete zu den Landmassen Afrikas und Europas bezw. aus ihrer weiten Entfernung vom Atlantischen Ozean, das von Zentralasien aus dessen hoher und abgeschlossener Lage. Die abgeschlossene Lage wirkt auch bei West- und Nordasien mit. In Westasien nimmt die Trockenheit nach 0 und nach S zu, in Zentralasien nach N und nach W, in Nordasien nach 0 und nach S. Arabien hat Wüstenklima; über dieses Land setzt sich das AVüstengebiet Nordasiens mit einigen Unterbrechungen in nord­östlicher Richtung fast durch ganz Asien fort. In den regen­reichen Monsungebieten Süd- und Ostasiens sind die Nieder­schläge am größten dort, wo durch den Oberflächenbau Steigungs­regen hervorgerufen werden, z. B. auf dem Westghats, am Südfuße des östlichen Himalaya, an der Westküste von Hinterindien, an der Westküste von Sumatra und auf der Südseite von Java. Im Gebiet der Kassi-Berge südlich vom untern Brahmaputra wurde bei dem Orte Tschera-Pändschi die größte Nieder­schlagsmenge auf Erden, nämlich von 12 m, gemessen. Nach W reicht das Monsungebiet Südasiens nur bis zur Wüste Thar. die im Regenschatten sowohl der Plateaus von Malwa als auch der Soleimänkette liegt. In Ostasien bildet die Fortsetzung des Kuenlun zwischen Jangtsekiang und Hoangho eine wichtige Klima- scheide, indem nördlich von diesem Gebirgszuge schon kontinen­taleres Klima herrscht.

d) Gewässer und Talbildung.

Die Lage der am höchsten gehobenen Gebiete Asiens in der Mitte des Erdteils bedingt es, daß sich der Wasserabfluß fast gleichmäßig nach allen Seiten verteilt. Nach S ergießen sich die drei vorderindischen Ströme Indus, Ganges und Brahmaputra und die drei hinterindischen Ströme Irawadi, Saluen und Mekong, nach 0 die drei Riesenströme Jangtsekiang, Hoangho und Amur, und nach N ebenfalls drei Riesenströme, nämlich Lena, Jenissei und Ob. Nur Westasien empfängt keine großen Ströme aus Zentralasien. Durch seine reiche Gliederung in hoch gehobeue und tief gesunkene Schollen wird sein Wasserabfluß in viele kleinere Stromläufe verteilt, unter denen Euphrat und Tigris die be­deutendsten sind. Die trockensten Gebiete haben keine dauernden Stromläufe.

Der größte Teil Zentralasiens und manche Gebiete in West­asien sind abflußlos. In denselben entstanden zahlreiche Salz­seen. Bedeutende Ströme, die nicht in ein Meer fließen, sind der Tarim, der im Lobnör endet, und Amu und Syr, die in den Aral-See fließen. Der größte Salzsee uächst dem Aral-See