Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
Seite
189
Einzelbild herunterladen
 

Asien als Ganzes. Das Klima.

Flugsandgebieten Zentralasiens noch weiter getragen, und erst in den feuchtern und stärker bewachsenen Randgebieten köunen sie zur Ablagerung gelangen. Dort entstanden die wichtigen Löß- äblagerungen, und zwar bildete sich ein größeres Lößgebiet als Umrandung der Gobi im nordwestlichen China, im Gebiet des mittlem Hoangho, und ein kleineres in Ostturkestan als Um­randung der Wüste Taklamakan.

Neben der Faltung hat auch die Bruchbildung und die senkrechte Schollenbewegung an der Oberflächengestaltung Asiens einen hervorragenden Anteil gehabt. Wie das Rote Meer, so sanken der Persische Meerbusen nebst Mesopotamien, der nörd­liche Teil Vorderindiens, das Parimbecken, Westturkestan und die Kurafurche zwischen dem Großen und Kleinen Kaukasus ein, und in Syrien bildete sich die Jordanspalte, in Zentralasien die Senke von Turfan. Im alten Faltengebiet von Transbaikalien sind zerrende Kräfte tätig gewesen, und der Baikal-See selbst ist durch einen großartigen Zerrungsvorgang entstanden. Zerrende Kräfte haben, nach den neuesten Untersuchungen v. Richthofens, auch die Abtrennung der Inselketten Ostasiens bewirkt.

Dort wo große Ströme ihren Weg in die Senkungsgebiete nahmen und überhaupt an den Strommündungen bildete sich Neuland. Durch die Ablagerungen von Euphrat und Tigris wurde der Persische, durch die des Ob der Obische Meerbusen immer mehr ausgefüllt; durch die Anschwemmungen der vorder­indischen Ströme das frühere Inselplateau von Dekan dem Fest­lande als Halbinsel Vorderindien angegliedert; auch die hinter­indischen Ströme schieben ihr Mündungsland immer weiter vor, und in Ostasieu schufen Jangtsekiang und Hoangho die große Chinesische Tiefebene.

Großartige Spuren hat auf dem Boden Asiens auch die vul­kanische Tätigkeit hinterlassen. Namentlich ist auf eine große vulkanische Linie hinzuweisen, die den Ostrand des Erdteils über die Inseln und Inselreihen von den Sunda-Inseln an bis zur Halbinsel Kamtschatka begleitet und auch noch manche tätige Vulkane aufweist. Als Gebiete, über die sich große Massen vul­kanischen Gesteins deckenartig ausbreiteten, seien besonders Trans­baikalien und der Westen von Vorderindien genannt.

c) Das Klima.

Da Asien nach N noch 10° über den Polarkreis und nach S fast bis zum Äquator, mit seinen Inselgebieten sogar noch 10° über den Äquator reicht, kommen in ihm alle drei Klimazoneu der Erde vor. Die bei weitem größte Fläche des Erdteils fällt zwar in die gemäßigte Zone. Die bedeutende Höhenlage Zentral­asiens läßt aber dort in einigen Gebieten, trotz der Nähe des Wende­kreises, ein Klima entstehen, das dem arktischen ähnlich ist, und anderseits besitzen Gebiete Südasiens und Westasiens, die nicht