Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Asien als Ganzes. Entstehung des Oberflächenbildes.

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Besonders Zeutralasien ist so hoch gehoben, daß es fast wie ein Erdteil auf dem Erdteile erscheint. Es umfaßt die drei Hoch­länder von Tibet, Ostturkestan und der Mongolei, von denen jenes 4000, letzteres 1200 und das andere nur 1000 m hoch gelegen ist. Das Hochland von Tibet ist vom Himalaya und dem Kuenlun. das Hochland von Ostturkestan von letzterm und dem Tienschan, die Mongolei vom östlichen Kuenlun, dem Altai-, Changai-, Sajan- schen-, Jablonoi- und Ohingan-Gebirge umgeben. Am höchsten erheben sich von diesen Gebirgen der Himalaja, in welchem mehrere Gipfel Höhen von über 8000 m erreichen, der Kuenlun und der Tienschan, in welchen ebenfalls Bergriesen von 6000 und 7000 m vorkommen. Der höchste Berg Asiens und auf der ganzen Erde ist der 8800 m hohe Gaurisankar im Himalaya, zweithöchster der Dapsaog, der sich im Karakorüm-Gebirge, einer nördlichen Nebenkette der Himalaya, erhebt. Die Wurzel der drei genannten höchsten Gebirge Zentralasiens bildet das Pamirplateau, das selbst eine Durchschnittshöhe von 4000 m hat. Nach W strahlt von ihm der lange Zug des Hinduküsch aus, der anfangs ebenfalls eine bedeutende Höhe von über 6000 m hat und im Elburs noch einmal bis über 5000 m ansteigt. Auch der Kaukasus erreicht Höhen von über 5000 m. Wie in Zentralasien, so lassen sich auch in Westasien drei Hochländer unterscheiden, das Hochland von Iran, das im N vom Hindukusch und Elburs-Gebirge, im 0 von der Soleimänkette und im SW von dem Gebirge von Kurdistan um­grenzt wird, das Hochland von Kleinasien, dessen Nord- und Südrand das Politische Gebirge und der Taurus bilden, und das Hochland von Arabien. Alle drei Hochländer haben fast die gleiche Höhenlage von 10001300 m. Andere Hochländer Asiens sind das Plateau von Dekan, das im Mittel 6700 m hoch liegt, und das Plateau von Ostsibirien. Gebirgige Natur haben ferner Ostindien, in welches mächtige Gebirgsketten aus Tibet hinein­streichen, Südchina, die Mandschurei, die Halbinseln Schantung, Korea und Kamtschatka und die sämtlichen großem Inseln auf der Ost- und Südostseite Asiens.

Den Erhebungsgebieten stehen auch bedeutende Senkungs­gebiete außer den schon genannten großem Tiefebenen gegen­über. In Westasien haben die Kurafurche, die Euphrat-Tigrisfurche oder Mesopotamien und Hohlsyrien oder die Jordanfurche eine sehr tiefe Lage. Im letzteren Gebiete senkt sich die Umgebung des Toten Meeres bis fast 400 m unter den Meeresspiegel, und der Boden desselben liegt sogar bis 750 m tief. Auch in dem hochgehobenen Zentralasien kommt eine Depression vor, da die Senke von Turfan bis 30 m, nach andern Angaben bis 100 m unter die Meereshöhe hinabgeht.

b) Die Entstehung des Oberflächenbildes.

Die Hauptzüge im Antlitze Asiens sind auf einen groß­artigen Faltungsvorgang, den großartigsten, der überhaupt