Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
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Afrika als Ganzes. Talbildung und Gewässer.

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schliessen. Am regenreichsten ist in diesem Gebiete der sog. Regen- winkel von Kamerun, wo auf der Station Debundscha die zweitgrößte Regenmenge auf der ganzen Erde, nämlich von über 9 m gegen­über fast 12 m in Tschera-Pändschi in Indien beobachtet wurde. Sehr regenarme, fast regenlose Gebiete sind die Wüstengebiete der Sahara im N und der Kalahari im S. Die Regenarmut Südafrikas erklärt sich aus dem terrassenförmigen Aufbau des Landes, der die Winde zur Regenabgabe zwingt, ehe sie das Innere erreichen. Die Verteilung des Regens auf die Zeiten des Jahres ist sehr ver­schieden. Nordafrika bis etwa zum 20 0 N hat Mittelmeerklima; wie in Südeuropa fallen die Niederschläge in den Wintermonaten. Ein Gebiet mit Winterregen ist auch die Westküste des südlichsten Afrika; nur ist zu beachten, daß der dortige Winter unser Sommer ist. Alle übrigen Gebiete Afrikas haben Sommerregen, und zwar richtet sich deren Eintritt nach dem Zenithstande der Sonne. Indem die Tropenregen mit der Sonne wandern, müssen in den Äquator­gegenden zwei Regenzeiten, im Frühsommer und Herbst, entstehen, die nur durch kurze Trockenzeiten getrennt sind. Je größer die Entfernung vom Äquator wird, desto mehr drängen sich die Regen­zeiten zusammen, so daß sie als eine erscheinen, und desto länger wird die Trockenzeit.

d) Talbildung und Gewässer.

Der eigenartige Aufbau Afrikas in Form großer, ausgedehnter und hochgehobener Tafelländer mußte bei den afrikanischen Strömen manche Eigenarten des Laufes und der Talbildung her­vorrufen. Da keine hochragenden Faltengebirge, sondern meistens flach gewölbte Bodenanschwellungen die oft kaum erkennbaren Wasserscheiden bilden, fehlt dem Oberlaufe in der Regel die wilde Schönheit, der stürzende Fall und der Schmuck malerischer, präch­tiger Uferbilder. Die meisten afrikanischen Ströme nehmen schon nach verhältnismäßig kurzem Laufe, wenigstens für eine lange Strecke, das Gepräge von Tieflandsströmen an. Dies ist beim Blauen Nil oberhalb des Zusammenflusses mit dem Weißen Nil, beim Luäpula, dem Hauptquellfluß des Kongo, im Gebiet des flachen Bangweolo-Sees, beim Kongo selbst unterhalb der Stanley- Fälle bis zu den Livingstone-Fällen auf einer etwa 1500 km langen Strecke, beim Niger auf der mittleren Laufstrecke u. s. w. der Fall Fast nur die Zuflüsse, die der Nil aus dem Alpenlande Abessinien erhält, sowie eine Anzahl Flüsse, die der Atlas ent­sendet, können als wilde Hochgebirgsgewässer, die ihr Bett mit der gewaltigen Kraft ihrer Strömung ausgenagt haben, bezeichnet werden. Die Kennzeichen der meisten afrikanischen Flüsse sind dagegen ein auf den meisten Strecken langsamer Lauf und ein breites, oft mit Inselbildung verbundenes Anschwellen des Bettes. Plötzlich aber wird der träge Lauf unterbrochen, felsige Klippen engen den Strom ein, und ein lautes, donnerartiges