Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1904) Die außereuropäischen Erdteile nebst den deutschen Kolonien
Entstehung
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Das Tafelland Südafrikas nebst der Insel Madagaskar.

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als Ausfuhrhafen für die frühere Transvaal-Republik in Betracht. Auf den Hochflächen liegen außer Johannesburg (10O00O E.) noch Pretoria und Bloemfontein (blumfontein), die beiden Haupt­städte der früheren Bureurepubliken.

Die Insel Madagaskar besitzt in ihrem östlichen Küsten­gürtel eine klimatische Zone, die wegen ihres feuchtheißen Klimas für Plantagen bau hervorragend geeignet ist. Reis, Zucker­rohr und Kaffee werden mit bestem Erfolge angebaut. Die Wälder liefern Kautschuk. Die Hochebene und der Westen eignen sich mehr zur Viehzucht, doch auch für Kaffee- und Weinbau. Als Ausfuhrhafen dient Tamatave an der Ostküste. Die Haupt­stadt des Landes ist Antananarivo (100 000 E.). Die ein­gewanderten malayischen Hovas, die zum Christentum bekehrt sind, bilden den herrschenden Volksstamm. Die Zahl der gesamten Bevölkerung beträgt 3*/« Mill.

B. Afrika als Ganzes.

1. Das Landschaftsbild.

a) Die Raummerkmale und Raumbeziehungen des Ober­flächenbildes.

Die Abgrenzung Afrikas ist eine so deutliche, daß man über dieselbe nicht in Zweifel kommen kanu. Seitdem das Mittelländische und das Rote Meer durch den Sueskanal verbun­den sind, werden die Grenzen des Erdteils ringsum durch Wasser bezeichnet. Im N scheidet ihn das Mittelländische Meer von Europa. An zwei Stellen findet eine starke Annäherung der beiden Erd­teile statt, an der Straße von Gibraltar, die nur 14 km breit ist, und an der vorspringenden Landspitze von Tunis, die nach der Insel Sizilien hinzeigt.*) östlich von dieser Landspitze entfernt sich die afrikanische Küste weiter von der Europas, bildet den Golf von Gabes (die Kleine Syrte) und weiter östlich, indem sie nochmals vorspringt und den breiten Halbinselkopf von Barka vor­streckt, den Golf von Sydra (die Große Syrte). Die jetzt vom Sueskanal durchschnittene Landverbindung zwischen Afrika und Asien ist etwa 150 km breit. Auf der ganzen Strecke des nach SO gerichteten Roten Meeres bleiben sich die beiden Erdteile nahe, und an der Straße von Bab el Mandeb nähern sie sich noch ein­mal sehr stark. Auch die nasenartig nach 0 vorspringende Halb­insel Somäl (dasOsthorn" Afrikas, wie Peschel sagt) mit dem Kap Gardafui weist nach Asien hin. Weiter südlich liegt die Küste des Erdteils, deren Richtung jetzt eine südwestliche ist,

*) Über die erdgeschichtlichen Beziehungen zwischen Afrika und Europa Tergl. den folgenden Abschnitt.