Afrika.
400 m, das des Tsadsees 260 m, an einer Stelle aber nur 160 m hoch. Die Sahara senkt sich an zahlreichen Stellen zu geringer Höhe und besitzt an ihrem Nordrande Depressionen, die südlich von Tunesien, im Gebiet der tunesischen Schotts, bis zu 30, westlich von Ägypten an einer Stelle sogar bis 70 m unter den Meeresspiegel herabgehen.
b) Die Entstehung des Oberfläehenbildes.
Afrika ist geologisch noch nicht so gründlich durchforscht, daß es möglich wäre, von ihm ein vollständiges und klares erdgeschichtliches Bild zu entwerfen. Beginnen wir im N, so haben wir zunächst den Fremdling Atlas, das einzige größere Faltengebirge Afrikas, auszuscheiden und dem großen südeuropäischen Faltensystem der Alpen, des Apennin und der spanischen Sierra Nevada als verbindendes Glied einzufügen. Außer ihm kommen nur noch im südlichsten Südafrika jüngere Faltengebirge vor. Die Straße von Gibraltar ist ein junger Einbruch, und dasselbe gilt von dem Meeresteil zwischen Tunis und Sizilien. Die Inselgruppe von Malta zeigt tertiäre Ablagerungen, woraus ein Laudzustand des umliegenden Gebietes in jenem Zeitabschnitt gefolgert werden muß.
Erst in der Sahara befinden wir uns wirklich auf afrikanischem Boden. Die Wüstentafel besteht aus einem alten, gefalteten Grundgebirge, das in den Gebirgsgruppen der mittleren Sahara am deutlichsten in die Erscheinung tritt, meist aber von wagerecht gelagerten paläozoischen Schichten, im NO ferner von viel jüngeren Schichten aus der Kreidezeit, im Niltal sogar von tertiären Schichten überlagert wird. Das Grundgebirge kommt auch weiter im 0 noch zum Vorschein, ruft dort die Katarakte des Nils hervor und schmückt das Westgestade des Roten Meeres mit malerischen, schroffen und zackigen Gebirgsformen. Während die große Wüstentafel von der jüngeren Faltenbewegung der Erde fast ganz unberührt geblieben ist, hat die senkrechte Schollenbewegung lebhaft eingesetzt. Sehr vielen Oasenbildungen liegen, wie auch der tief eingesunkenen Zone der tunesischen Schotts, kesseiförmige Einbrüche zugrunde. Das Rote Meer ist einer der großartigsten Grabeneinbrüche auf Erden, der die afrikanische Wüstentafel jedoch im 0 nicht abschließt, sondern nur unterbricht, sodaß wir ihre Fortsetzung auch auf asiatischem Boden verfolgen können. Ähnliche Grabeneinbrüche, die ebenfalls meridional laufen, durchsetzen die Gebirgsscholle Ostafrikas. Dieses Gebiet leitet uns zu der großen Urgebirgstafel Südafrikas über, zu einem Gebiete, das seit den Urzeiten der Erde durch keine Meeresbedeckung mehr beeinflußt wurde. Wie ein Horst ist im Meer als früherer Bestandteil des südafrikanischen Festlandes die Insel Madagaskar stehen geblieben. Das Kongobecken, das von Schichten unbekannten Alters noch überlagert ist,, darf ihm wahrscheinlich angegliedert werden.