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Afrika.
der Alpen zurück. Er ist ein trockenes Gebirge, und da er zugleich in größerer Nähe des Äquators liegt, fehlt ihm sowohl der reiche Schneeschmuck als auch das frischgrüne Pflanzenkleid der Alpen. Streifen von Lawinenschnee gehen aber auf dem steil aufgerichteten, stark zerklüfteten und schluchtenreichen Porphyrgebirge südlich von der Stadt Marokko selbst im Juni noch bis 2500 m herab. In den Wintermonaten glänzen auch die Küstengebirge Algeriens in weißem Schnee und ertreuen den Reisenden, der zu Schiff vorüberfährt. Im Sommer fehlt allen Atlashöhen das frische Grün, das wir an den waldreichen Bergen der Heimat zu sehen gewohnt sind. Sie sind entweder völlig kahl, was besonders von den Südgehängen gilt, die vom Wolkenzuge fast abgeschnitten sind, und auf denen die volle Glut der Sonne Hegt, oder sie sind nur mit niedrigem Gestrüpp, mit Macchien (macchia = Fleck), die nach einem Ausdruck Kirchhoffs „die bleichen Gebirgslehnen dunkel betupfen", bewachsen. Nach den Mitteilungen Th. Fischers sind viele Gegenden Marokkos baumloser als das baumarme Castilien (vgl. Band II Landschaft XI). Der mittlere Streifen des marokkanischen Atlasvorlandes ist Steppenwüste, während der Fuß des Gebirges gut bewässert ist und der Küstensaum längs des Atlantischen Oceans durch starke Nebelbildungen genügend Feuchtigkeit empfängt. In Algier nimmt die baumlose Steppe noch viel größern Raum ein. Weite Strecken der Hochebene der Schotts, die in trostloser Öde liegen, sind gleich vielen Gegenden Spaniens mit dem harten Expartogras, der Haifa bewachsen. Auch nach Tunis greift die Haltasteppe hinüber.
In schroffem Gegensatz zu den kahlen Berghöhen und den heißdürren Hochflächen zeigen die Täler meist ein Bild üppigster Fruchtbarkeit. Oleander- gebüsche säumen die Bäche und Flüsse, unsere Weide ersetzend, und den Fuß der Berge begleiten Waldungen, in denen der verwilderte Ölbaum, eine Abart der Libanonceder und die Korkeiche die wichtigsten Baumarten sind. Oft steht der Wanderer auch überrascht am Eingange großartiger Schluchtentäler, deren Entstehung man den im Sommer sehr wasserarmen Flüssen kaum zuzuschreiben wagt. Aber die Beobachtung des starken Gefälles, mit dem sie von der Höhe herabschießen, gibt bald die nötige Erklärung.
Obsclion der Atlas die Alpen an Länge und Breite weit übertrifft, entsendet er nicht solche bedeutenden Flüsse wie diese. Vier Umstände hinderten die Entwicklung großer Ströme, nämlich die geringere Eegenmenge der Atlasländer, die Ab fluß losig- keit weiter Gebiete, das Fehlen eines nördlichen Vorlandes und im Süden die Nachbarschaft eines großen Wüstengebietes, dessen Glut die Flüsse bald verzehrt, wie den Wadi Dräa, der zwar 1150 km lang ist, aber nur zur Regenzeit streckenweise Wasser führt. Als die wichtigsten Flußläufe können in Marokko der Sebu, an dem Fes liegt, und der Tensift, in Algerien der Scheliff und in Tunesien die Medscherda gelten. Die Wasserscheide wird im westlichen Teile des Atlasgebietes durch den Hohen, im mittlem und östlichen Teile durch den Großen Atlas gebildet. Sie ist also weit nach Süden gerückt.
b) Das Knltnrbild.
Wie die A11 a s 1 an d e r erdgeschichtlich zu S ü d e u r o p a gehören, so haben sie mit ihm auch, nach dem Urteile des Generals Faidherbe, des früheren Gouverneurs von Algerien, große Ähnlichkeit inbezug auf Klima und Boden und daher auch inbezug auf die Erzeugnisse und die Art ihrer Gewinnung. Viele Züge