Viertes Kapitel.
Fahrt yon Samoa nach den Marshallinseln. (RaKlt-Ratat.)
Die erste Zeit an Bord war in reger Tätigkeit verstrichen. Es galt für mich vornehmlich, meine Fangapparate in Ordnung zu bringen, denn der Kommandant des Schiffes hatte mir in seiner besonderen Liebenswürdigkeit versprochen, täglich einmal mit dem Schiff zu stoppen, damit ich meine Netze, in die Tiefe des Ozeans hinablassen konnte. Es handelte sich darum, volumetrische Planktonfänge aus einer Tiefe von 100 m bis zur Oberfläche zu machen, oder populär ausgedrückt, ich wollte messen, wieviel Kubikzentimeter der niederen mikroskopischen Lebewesen in 1 cbm Wasser des offenen paci- fischen Ozeans vorhanden sind. Hatte ich nachher Gelegenheit, in den flachen Lagunen der Marshall- und Gilbertatolle ebensolche Fänge zu machen, so konnte ich erfahren, ob ausserhalb oder innerhalb der Korallenriffe mehr Nahrung für die Korallenpolypen vorhanden ist. Die wissenschaftliche Ansicht darüber war die, dass innerhalb der Atolle das Wasser planktonärmer ist, weil die von den Meeresströmen auf die Riffe zugeführten Planktonmengen durch die ungeheure Zahl der Korallenpolypen dezimiert würden. Wie dankbar ich deshalb das freundliche Angebot des Herrn Korvettenkapitän Winkler annahm, kann man sich denken. Denn Fänge innerhalb der Riffe kann man leicht privatim mit einem Ruderboot oder von einem ankernden Schiff aus machen, aber eine Gelegenheit hiezu auf offener See hat man nur äusserst selten, und höchstens ein Kriegsschiffkommandant ist in der Lage, eine solche Gunst zu gewähren. Im pacifischen Ozean waren meines Wissens solche Fänge überhaupt noch nicht gemacht worden, und mein ganzes Sinnen