Erstes Kapitel.
Ausreise über Chile und Peru, durch Guatemala nach New Orleans, und über San Francisco nach
Hawaii.
Genau einen Monat, vom 17. April bis 17. Mai 1897, hatte der Kosmosdampfer „Memphis" von Antwerpen bis Punta Arenas gebraucht, wobei nur in Porto Grande auf den Capverdischen Inseln zehn Stunden zum Kohlennehmen gestoppt worden war. Ich hatte diesen Weg gewählt, um in irgendeinem Hafen von Chile oder Peru eine Fahrgelegenheit nach den Südseeinseln zu bekommen. Schlug dies fehl, so hatte ich Gelegenheit, die Westküste Süd- und Zentralamerikas in bezug auf ihre ozeanographischen Verhältnisse, sowie auf das Vorkommen von Plankton und Korallenriffen daselbst, soweit angängig, zu untersuchen. Ferner fiel wohl auch ethnographisch etwas ab, und endlich konnte ich so den längst gehegten, dringenden Wunsch in Erfüllung gehen sehen, die Stätte meiner Geburt wieder zu schauen. Die Zeit der Überfahrt durch den Atlantischen Ozean Hess ich nicht nutzlos verstreichen, es wurden täglich mehrfach genaue Beobachtungen über den Salzwassergehalt und die Farbe des Meerwassers gemacht, und indem ich täglich eine Stunde lang den Hahn der Badewanne in ein Netzchen aus feiner Müllergaze einfliessen Hess, dessen Ertrag ich, so gut es bei dem oft recht kräftig schlingernden Schiffe ging, sofort mikroskopierte, konnte ich mir in Monatsfrist ein Bild der Ausbreitung des Oberflächenplanktons von 50° nördlicher Breite bis 50° südlicher Breite machen, gewiss eine seltene Gelegenheit. Während meiner ersten Reise hatte ich nämlich quantitativ das Plankton der Tropen stets ärmer befunden als das der gemässigten und kalten
Krämer, Hawaii. 1