— 203 —
50. Letzte gemeinsame Reise — Heimkehr - Letzte Reise meines Mannes.
Als wir im November von dem Aufstande der
Bondelswaart-Hottentotten im Süden hörten, nahmen wir an, daß es sich um eine unbedeutende Sache handle. Die Truppe war bereits zwei Tage nach Eintreffen der ersten Nachrichten in Marsch gesetzt; wir waren weit von dem Gebiete der Kriegführenden und glaubten im Damaraland nichts befürchten zu müssen. Nachrichten über den Verlauf des Krieges drangen nicht zu uns.
Einige Tage vor Weihnachten unternahmen wir wegen unseres an Darmkatarrh erkrankten jüngsten Rindes eine Reise nach ZVindhoek. Die von dem Arzte angewandte Rur schien bei unserm kleinen Liebling guten Erfolg zu haben; da trat Fieber hinzu, und wir schoben unsere Heimreise auf einige Tage hinaus. Bald besserte sich sein Befinden wieder; wir verlebten noch Heiligabend in NAndhoek, waren jedoch in keiner Feststimmung, und am folgenden Tage brachen wir auf. N)ir hatten uns bereits acht Tage länger aufgehalten, als in unserer ursprünglichen Absicht gelegen, und mein Mann war in Unruhe, ob draußen auch alles im Rechten wäre.
Die Fahrt begann mit so viel Schwierigkeiten und Hindernissen, daß wir schon vorhatten, sie auszugeben. Zuletzt entlief das eben gekaufte, wertvolle Pferd, auf dessen Besitz mein Mann so stolz war. Er hatte es nur einige Minuten, um die Gangart zu prüfen, geritten. Wie ich jetzt glaube, handelte der Mächter bereits, indem er angeblich das Pferd verloren hatte, im Austrage eines anderen Herero oder in der Voraussicht der kommenden Dinge. (Zwei ausgesandte Boten brachten das Tier auch nach zweiwöchentlichem, angeblichen Suchen nicht zurück.) N)ir fuhren trotzdem weiter, und ich erinnere mich noch aller Einzelheiten dieser letzten genieinsamen Fahrt.
Bis zum Abend des ersten Feiertags gedachten wir die