aber verabschiedete mein Mann die schwarzen Gäste, weil er neue Betteleien befürchtete, und als ich mich erkundigte, ob sie alle gesättigt seien, erwiderte Raningati für alle, indem er seinen Riemen noch mehr lockerte: „my pens is now banja füll".
Nach dieser Bewirtung glaubte Rajata bei seinem Jedesmaligen Besuche bei uns Linkehr halten zu können und forderte in unverschämtester Weise Brot, Tabak, Kaffee usw. Das Betteln nahm überhaupt kein Ende. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend hieß es unaufhörlich „tu- bao makaia!" (gib Tabak). Sie hielten die pfeife hin und machten allerlei auf das Füllen derselben bezügliche Pantomimen. Mein Mann ging oft scherzend darauf ein, nahm die pfeife wie mißverstehend an sich, und durch sein lustiges Wesen und die Scherze, die er mit den Leuten machte, erwarb er sich zunächst die Zuneigung aller Hereros.
4^. tvir als Ärzte — ZVunderkuren — Aberglauben.
Mit allen ihren Klagen und Anliegen wandten sie sich an meinen Mann, und es war für uns unterhaltend und oft recht komisch, was für Bitten um Ratschläge sie an ihn richteten. Da hatte ein Herero dem anderen Vieh geraubt: wie konnte man dieses ihm wiedernehmen, ohne sich der Gefahr einer tüchtigen Prügelsuppe auszusetzen? Line Frau war entlaufen: wie bestraften die Deutschen eine derartige Handlung? Lin Pferd war krank: wie war es zu heilen? usf. An unsere medizinischen Kenntnisse und an unsere Apotheke stellten sie häusig allzu hohe Anforderungen. Für die unglaublichsten Fälle sollten wir Mittel kennen und haben. Rhizinusöl war das Universalmittel. Bei äußerlichen Verletzungen wurde Wagenschmiere angewandt. Zur Abwechslung legte mein Mann auch Senfpflaster auf. Ich