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Der flufftcmb der ßerero.
dotz die im Schutzgebiet befindlichen Gruppen zur Niederwerfung der Unruhen genügen würden. In Deutschland war man jedoch wesentlich anderer Auffassung gewesen, die Entsendung des Marine-Expeditionskorps und der ersten Verstärkungen der Schutztruppe war angeordnet worden, und der Gouverneur überzeugte sich nach seinem Eintreffen auf dem Kriegsschauplatz, datz er die Landung des letzten Mannes der Verstärkungen abwarten müsse, ehe von einem energischen Vorgehen gegen die löerero die l^ede sein konnte.
5ln dieser Stelle wird ein kurzer Überblick über:
Die allgemeine Lage und die Schwierigkeiten der
Kriegführung
am Platze sein, Schwierigkeiten, die für die neu aus Deutschland ein- getroffenen Mannschaften weit grötzere sein mutzten, als für die bereits längere Zeit im Lande dienenden weiter der Schutztruppe, für die Reserven und für die freiwilligen.
Unter dem Druck der gelandeten und sich nach und nach in Marsch setzenden deutschen Kolonnen veränderte sich die Lage wesentlich. Während die Deutschen von ihren an der Eisenbahn gelegenen löauptsammelpunkten l^aribib, Okahandja und Windhuk aus sich teilten und strahlenförmig nach den gefährdetsten Punkten auseinandermarschierten, trat beim feinde die gegenteilige Erscheinung ein. Im ^jahre 1904 schrieb ich hierzu:*)
„Die löerero schlössen sich allmählich enger zusammen und besetzten mit starken l^riegshauten die infolge ihrer natürlichen Beschaffenheit für die Verteidigung günstigen Punkte und Landschaften, die den zahlreichen löerden genügend Wasser und Weide boten. Die Okahandja- und Onjatigebirge, das l^omashochland mit seinen Llusläufern, das Lievengebirge und der Waterberg sind solche natürlichen festungen, §els- und Gebirgswildnisse, deren schwer zugängliche, schroffe Llbstürze und l^andgebirge die reichen Weidegründe, Eäler voll saftigen Grases, und die ergiebigen Wasserstellen des Innern decken. Llber schon zu dieser Zeit verhielten sich die löerero nicht nur abwartend in ihren Zufluchtsorten, sondern sie versuchten an einigen Stellen die vormarschierenden Kolonnen aufzuhalten oder, wie der Lttrikaner sagt, sich ihnen „vorzulegen". löierin ist, ebenso wie früher in
') Vierteljahrshefte für ^ruppenfichrung und Meereskunde 1904, 3. f5eft.