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Der Rufjtanö der ßerero.
kommt. — ßart mag mein Urteil sein, gerecht aber ist es jedenfalls, und hart und gerecht muh auch die Behandlung sein und bleiben, die wir den Raffern angedeihen lassen, sonst werden sie uns noch oft übel mitspielen, denn der ßerero hält Milde und Nachsicht stets für Schwäche und Feigheit! — “
Die Gründe des Rufftandes.
Diese Beurteilung der ßerero wurde im )ahre 1898 geschrieben. Wird sie bei der Untersuchung über die Gründe, die zum Rufftande führten, herangezogen, so dürfte sich unschwer erkennen lassen, daß in der Gat die ßerero allein aus wütendem ßah gegen die Weihen und ihre überlegene ßultur, also aus Rassenhaß, die Schuldigen zu nennen sind nicht aber die deutschen flnfiedler, denen — infolge ihrer angeblichen Bedrückungen und Gewalttätigkeiten gegen die ßerero — in Deutschland vielfach die Schuld zugeschoben wurde. Mit dieser schweren und unberechtigten Rnklage bekundete man eine vollkommene Unkenntnis und Verständnislosigkeit für die in der Das im Schutzgebiet bestehenden Verhältnisse.
Gs sind zwar allerdings — wie die dem Reichstag zugegangene „Denkschrift über Gingeborenen-Politik und ßereroaufftand“ angibt — Ueber- griffe seitens der Wanderfjändler erfolgt, von denen einzelne den ßerero in weitgehender Weise ßredit gaben und sie dann durch rücksichtsloses Schuldeneintreiben, wobei es in einigen fällen zur Selbsthilfe kam, reizten — dabei darf man aber nicht vergessen, dah der ßerero nie ein gutwilliger Zahler gewesen ist und sich meist durch allerlei Ränke und ßniffe dieser lästigen folge des Raufens zu entziehen suchte.
Wenn aber selbst in vereinzelten fällen den ßerero hier Unrecht geschehen sein sollte, und wenn ferner auch hier und da Gewalttätigkeiten und Roheiten von einzelnen Personen verübt worden sind, so darf man weder für die fehler einer bestimmten ßategorie der weihen Bevölkerung noch für die vereinzelten fälle von Uebergriffen die gesamte weihe, und zumeist deutsche Bevölkerung des Schutzgebiets verantwortlich machen!
Dieser Grwägung gibt auch die obengenannte Denkschrift Raum, wenn sie sagt: „Der ßereroaufftand wäre nach Lage der Dinge auch aus-