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Wissenschaftliche Ergebnisse meiner ethnographischen Forschungsreise in den Südosten Deutsch-Ostafrikas ; mit 63 Bildertafeln, 1 Karte und einer Beilabge in Faarbendruck / von Karl Weule
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dieser Richtung davon, so wird es mit leichter Mühe durch Schuß und Schlag erlegt. Fallgruben seien bei ihnen ganz unbekannt; die hätten nur die Ma­konde.

In ihren Genußmitteln sind die Wangoni noch beschränkter als die übrigen Völker. Pfeifen waren nur ganz wenige im Lande; sie dienten dann sowohl für Tabak wie für Hanf. Wo Tabak ge-

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nossen wird, geschieht das vorwaltend durch Schnup­fen und Kauen. Nur Matambwe und Makua rauchten, behaupteten die Leute.

Der Kalender gleicht genau dem der Makonde; er ist ebenfalls eine Schnur aus Gras- oder Palm­blattstreifen, in die man soviel Knoten macht wie man Tage meint. Leider ist das einzige Stück, w elches ich auftreiben konnte, verloren gegangen*.

Die Pfahlbauten.

Während ich mich in der Borna am Plateaurande im Schweiße meines Angesichts mit der Volkskunde und der Sprache der Eingebornen abquälte, hatte Knudsen wieder und wieder Jagdausflüge in das wild­reiche Rowumatal unternommen. Jedesmal, wenn er zurückkam, hatte er mir von merkwürdigen Wohn­bauten erzählt, die es da unten gäbe: zweistöckige Häuser wären es, in denen die Neger wohnten. Ich gab zunächst nichts auf diese Erzählung, da ich sie einfach nicht glaubte, nach meiner bisherigen Kennt­nis ostafrikanischer Völkerkunde auch nicht glauben konnte. Schließlich aber hat's mich doch gepackt und ich bin für einige Tage in die zwar grüne, aber stickig heiße und an Moskitos überreiche Niederung hinunter gestiegen. Ich habe den Abstieg nicht zu bereuen gehabt; Knudsen hatte recht: die Leute wohnten in der Tat zweistöckig, d. h. sie hatten ihre Wohn- und Schlafräume zwischen hohen Pfahl­systemen angebracht. Es gab dort unten wahrhaftige Pfahlbauten.

Für den obern Rowuma sind Pfahlbauten nichts Neues, sie hat Busse schon vor Jahren ent­deckt, *) hier zwischen dem Makonde- und dem Ma- wiaplateau, also am Unterlauf des Rowuma, war ihr Vorkommen hingegen meines Wissens bis dahin nicht bekannt; sie schienen nach allen meinen Beob­achtungen eine auch für die Eingebornen neuartige Siedlungsform zu sein.

Oben auf dem Plateau unterscheidet sich die Bauweise der Wangoni, wie ich bereits erwähnt habe, wenig oder gar nicht von der der Jao. Das Haus ist rechtwinkelig, mit Satteldach, aber im allgemeinen nicht so stattlich im Äußern und so differenziert im Innern; nur in ganz vereinzelten Fällen habe ich eine Einteilung von Zimmern gefunden, während dieses ganze Innere sonst nur ein einziger, von Vorrats- behältern, Trockengerüsten, Bettstellen, Wasser-

*) Busse, Forschungsreise durch den südlichsten Teil von Deutsch-Ostafrika. Beihefte zum Tropenpflanzer. Mai 1902. Bd. III. No. 3. S. 113.

gefäßen, Herdstellen usw. wirr und wild angefüllter Raum war. Tafel 12, Abb. 5 gibt den Grundriß eines solchen Normalhauses an. Unten am Fuße des Steil­abfalles, der hier allerdings nicht die prachtvoll stolze Höhe des Absturzes von Newala hat, sondern mit seinen 400 Metern mindestens um 200 Meter hinter jenem zurückbleibt, habe ich ein solches auf der Erde ruhendes Normalhaus nur in einem einzigen Falle feststellen können; in allen übrigen bestanden die Wohnbauten der hiesigen Neger aus Pfahl­bauten. Die Abbildungen auf den Tafeln 10, 18, 51, 61 geben eine kleine Auswahl aus den von mir beobachteten Typen.

Die Grundzüge ihrer Architektonik lassen sich in folgenden wenigen Sätzen darlegen. Die Bauten ruhen auf einer Art Rost oder Plattform. Bei den in der Art der Wachthäuschen eingerichteten, schwachen Bauten der Niederung tritt diese Kon­struktion deutlich zu Tage; man sieht, wie der Neger gegabelte Pfeiler eingerammt hat, in deren Kerbe die Tragbalken für den Fußboden des Hauses eingelegt sind. Bei der Mehrzahl der Bauten muß man erst schärfer hinsehen; sie gleichen mit ihrem dichten Palisadenzaun einer Borna, einer Festung. Die nähere Untersuchung lehrt dann allerdings, daß die Bauart die gleiche ist; auch hier ruht der Boden des Hauses in den Gabeln eines Teils der Pfeiler. Gleichzeitig bemerkt man, daß ein weiterer Teil dieser Pfeiler länger ist als der andere; in ihren Gabeln ruhen die Dachträger. Auch der Firstbalken ist bei rechtwink­ligen Pfahlbauten in derselben Weise in die Gabeln zweier besonders langer Tragpfeiler gelagert (Taf. 18 Abb. 2). Besonders gut lassen sich alle Einzelheiten bei dem in Taf. 10 Abb. 5 wiedergegebenen Doppel­hause studieren. Bei diesem liegen Erd- und Pfahl­bau, durch eine Luftzone getrennt, innerhalb des­selben Pfeilersystems übereinander, nur daß die First­richtung um 90 0 voneinander abweicht. Diese Dre­hung des Obergeschosses ist wohl aus praktischen Gründen erfolgt; bei gleicher Orientierung hätte die

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