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angenommen und erschlagen, weil seine Frau zu dieser Zeit daheim gegen die eheliche Treue frevelte. Das war die allgemeine Ansicht.
Auch das Eland gilt als ein sehr kluges Geschöpf, wenigstens das männliche Tier. Schießt man es, so wird der Jäger sehr krank, besonders läuft er Gefahr, Aussatz zu bekommen. Hat man es aber dennoch geschossen, so darf man nicht gleich darauf mit seiner Frau verkehren, sonst stirbt man; außerdem muß der Jäger sich mit ganz bestimmten Medizinen reinigen. Bemerkenswert ist die Einheitlichkeit, mit der man mir versicherte, ein alter Negeralbino, der mir bei meinem Rückmarsch zur Küste in den Weg lief, sei nicht etwa von Geburt an so weiß wie ein Europäer gewesen, sondern er habe sich einstens mit Elandfett eingerieben, und davon sei seine Haut weiß geworden. Diese Auffassung wurde übrigens auch von einer ganzen Reihe von Europäern geteilt.
Von den anderen großen Tieren gelten nur noch Löwe und Leopard als etwas Besonderes. Hat man
den einen oder den andern erlegt, so muß man zunächst dieselben Gebote der Enthaltsamkeit befolgen wie nach der Elandjagd; zudem ist auch jetzt die Benutzung bestimmter Medizinen angezeigt. Vernachlässigung dieser Vorschriften hat üble Wirkungen zur Folge; nach der Leopardenjagd würde der Mann krank werden; nach der Löwenjagd aber würden sowohl Mann wie Frau am ganzen Körper Wunden bekommen oder aber gar aussätzig werden.
Nach der Rückkehr von der Jagd ins Dorf sind ebenfalls bestimmte Vorschriften zu beobachten. Kommt der erfolgreiche Makuajäger heim, so darf er die Beute durchaus nicht gleich unter die Genossen verteilen. Zunächst geht er ins Haus, wo er bei Speise und Trank bis zum Abend verweilt. Nach dem Essen setzt sich die Frau auf den Rand der Kitanda, entkleidet sich und beginnt, im Rhythmus an den verlängerten Labia minora zu zerren. Darauf koha- bitieren Mann und Frau. Erst dann darf der Jäger die Beute aufladen und an die zur Teilnahme berechtigten Genossen verteilen.
Tierfallen,
Eine besondere Stellung im Bereich der Jagdgerätschaften unserer ostafrikanischen Eingeborenen nehmen die Tierfallen ein; sie sind überall im Gebrauch, sind für Vierfüßer und Vögel eingerichtet und verraten in ihrem Aufbau und ihrer Einrichtung ein nicht geringes technisches Geschick; ja ich möchte behaupten, daß die Neger in dieser Beziehung selbst manchem Kulturvolk weit überlegen sind. Da es jedem schwarzen Fallensteller gleichgültig ist, ob er sein Stück Wild in verblutetem Zustand oder aber von der Schlinge erwürgt in die Küche bekommt, so versucht er ihm auf jede mögliche Weise beizukommen, sei es mit der Schärfe des Speers und des Pfeils, sei es mit der Schlinge oder dem zerschmetternden Stein. In dem von mir bereisten Gebiet gehörte es förmlich zum allerdings nur schwer bemerkbaren Charakterzuge der Landschaft und des Kulturbildes, daß an ungezählten Stellen, in Feld und Wald, derartige Fallen für großes und kleines Getier aufgestellt waren. Öftmals mußte ich mich fragen, ob die Antilope denn nun auch gerade den Weg gehen würde, auf dem die schwere, wuchtige Falle breit und offen aufgebaut war; doch hatte ich zu bedenken, daß das Pori in den späteren Monaten meiner Reise schon fast überall gebrannt war und daß ich auf diese Weise die ursprüngliche Art der Aufstellung gar nicht mehr vor die Augen bekam ; im dichten, grünen Grase der
Regenzeit und der Nachregenzeit und im engverschlungenen Unterholz werden die Fallen sicherlich weit unauffälliger wirken.
Für die Einrichtung seiner Wildfangvorrichtungen kommt es dem Eingebornen darauf an, ob er das Opfer lebendig oder tot in seine Hände bringen will; meist will er das letztere. Zum Fang des lebenden Wildes sind mir nur einige wenige Fallen zu Gesicht gekommen: im einfachsten Fall große, in einen festen Rahmen eingespannte Netze, die schräg auf den Waldboden oder ins Feld gestellt werden, am freien Rande getragen von einem Stäbchen, das von dem auf der Lauer liegenden Vogelsteller mittelst einer feinen Schnur genau in dem Augenblick hinweggerissen wird, wo der oder die Vögel sich unter dem Netz befinden.
Eine verwandte, aber doch schon kompliziertere Form stellen die aus 'halbierten Bambusstangen hergestellten Kastenfallen dar, deren Mechanismus nicht mehr vom Menschen selbst bedient wird, sondern wo jener sich auslöst, sobald das Gewicht des Vogels auf einen unterhalb des Kastens angebrachten, leichtbeweglichen Hebel drückt. Ihre Konstruktion ist die gleiche wie bei der Falle Taf. 32 Abb. 1, nur daß hier an Stelle des Bambuskastens ein schwerer Stein getreten ist, der beim Herabfallen das unter ihm sitzende Tier oder doch dessen Kopf zerschmettert,