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der Niederung so charakteristisch sind.*) Nur ein solid aus derben Knütteln gebauter Hühner- oder Ziegenstall tritt dem Forscher hier und da entgegen. Die innere Einrichtung der Hütte weicht von der soeben geschilderten Makuahütte kaum ab; auch sie bildet nur einen einzigen Raum, in dem Groß und Klein gemeinsam ißt und trinkt und wacht und schläft.
Über die Feldkultur kann ich mir kein Urteil erlauben, da mein Aufenthalt in die letzte Hälfte der Trockenzeit fällt, wo die Ernte längst vorüber war, die Aussaat aber noch nicht begonnen hatte. Im höchsten Maß anerkennenswert war vom Negerstandpunkt aus die Ausdauer, mit der alle Welt sich der Urbarmachung neuer Felder befleißigte; ganze Strecken des Busches oder Waldes waren zur Seite des Weges niedergelegt, so daß das Reisig den Boden oft mehr als meterhoch in ununterbrochener Schicht überdeckte. In der Tat wurden mir auch die Makonde von allen Seiten, von den Suahelibeamten wie auch von den Wajao, als außerordentlich begeisterte Ackerbauer bezeichnet, die kein höheres Interesse hätten, als immer wieder neue Felder anzulegen. In Wirklichkeit wird diese scheinbare Neigung zum Wechsel wohl durch die Armut des Bodens bedingt sein. Ebenso wie der fabelhaft reiche Taufall die Vegetation hier oben im schönsten Grün erhält, während unten in der Ebene das ganze Pori vollständig trocken liegt, so ist dieser Taufall in Verbindung mit der verhältnismäßig großen Niederschlagmenge sehr wohl imstande, auf dem urbar gemachten Boden die vom Neger angebauten Kulturpflanzen für ein o4er ein paar Jahre zur Reife zu bringen; anderseits muß sich der sehr sandige Boden rasch erschöpfen und dadurch seinen Herrn zum Weiterwandern zwingen.
Dieser Reichtum an Sand beeinflußt die Lebenshaltung des Plateaubewohners in noch einer anderen Richtung im stärksten Maße. Sowohl die Makonde-
*) Die Vorratsbehälter scheinen allerdings nur mir nicht zu Gesicht gekommen zu sein. Nach Herrn Ewerbeck, der in seiner langen Amtszeit das Plateau besser kennen gelernt hat als ich, liegen sie fast stets sehr geschickt im Busch versteckt, ebenso wie ja auch die Felder oft weit von der Hütte im dichten Busch angelegt sind. Bei der Gelegenheit schreibt mir Herr Ewerbeck gleichzeitig, daß Mißernten auf dem Makondehochland selten vorkommen; im Gegensatz zur Ebene, wo sie häufig seien. Das Plateau sei eben äußerst frachtbar, und der Mhogo (Maniok) gehe den Eingebörnen nie aus. Bei den Mißernten in der Ebene verdingen sich dann deren Bewohner bei den Makonde zur Arbeit.
wie auch die Mikindanischichten sind, soweit man sie verfolgt und untersucht hat, von großer Lockerheit bis weit in ihre Tiefe hinein. Diese Lockerheit bedingt ein Versiegen aller Niederschläge, sobald sie auch nur die Erde erreicht haben. Die Folge davopi ist, daß auf dem Plateau selbst eigentliche Quellqn nur an wenigen begünstigten Stellen bestehen, daß vielmehr alle Wassermassen in dem lockern Erdreich versinken, bis sie auf undurchlässige Schichten gelangen. Auf diesen sickern sie dann weiter, bis sie irgendwo am Rande des Plateaus zutage treten. Tatsächlich ist der Plateaurand durchaus nicht wasserarm, ihm entsprudeln vielmehr silberklare Quellen an ungezählten Stellen. Für den Bewohner des Hochlandes hat diese hydrographische Eigentümlichkeit zur Folge, daß er sein ganzes Haushaltwasser vom Plateaurande herbeiholen muß. Liegt die Siedlung in der Nähe dieses Randes selbst, wie es z.B. bei Newala, Mahuta und Ntschitschira der Fall ist, so ist der Weg zum Brunnen freilich unter allen Umständen sehr steil, vielleicht aber doch nicht weit; liegt sie hingegen weiter ab im Innern, so kann es vorkommen, daß die Eingeborenen einen großen Teil des kurzen Tropentages zum Herbeischleppen des Wassers verwenden müssen. Manche Dörfler haben stundenweite Wege dabei abzulaufen. Mit diesen weiten Wegen und dem steilen Aufstieg hängt es auch wohl zusammen, daß die Makonde sich nicht der schweren, großen Tongefäße zum Wasserholen bedienen wie das überall in der Tiefebene Sitte ist, sondern daß sie zu dem Zweck große Flaschenkürbisse verwenden, die sie dann gleich zu zweien oder zu vieren an einer Tragstange befestigen. Alles in allem wird ein so großer Teil der wirtschaftlichen Kraft des Volkes durch diese ungünstigen Wasserverhältnisse verbraucht, daß man unwillkürlich nach den Beweggründen für eine nach unseren Begriffen so unpraktische Siedlungsweise fragen muß. Warum bleiben die Leute durchaus oben auf dem quellenlosen Hochlande, und aus welchen Gründen liegen ihre Weiler zudem noch so weit von dessen Rande im Innern? Die Antwort werden wir später bei der Kenntnisnahme ihrer Stammessage kennen, die Motive gleichzeitig auch würdigen lernen.
Schmuck und Haartracht.
Die Haartracht bei den Makonde, Matambwe und Makua ist bei beiden Geschlechtern äußerst einfach; zumeist wird das Haar rasiert, so daß eine weitere Ausschmückung des Hauptes damit ohne weiteres entfällt; wo das aber nicht geschieht, beschränken
sich die Leute lediglich auf das Tragen von Kämmen. Von diesen lassen sich zwei Arten unterscheiden, denen allerdings ihre außerordentliche Zierlichkeit und ein vielfach wirklich guter Geschmack gemeinsam sind. Die eine Art, die man auch viel bei