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N'och geringer ist die Rolle des Schweins, von dem 1906 nur Nakaam und Matola je einige Exemplare besaßen. Alle diese Tiere stammten von der Mission her. Vögel im Bauer sind nicht selten, wenn auch nicht so häufig wie an der Küste, wo sie in fast keinem Hause fehlen; aber man sagte mir, die Vögel blieben nicht lange in ihrem Käfig, weil sie immer schon nach kurzer Zeit von ihren Besitzern verspeist würden.
Das Melken der Kühe wurde bei Matola von Knaben besorgt. Wollte man die Kälber am Saugen hindern, um etwa für den menschlichen Gebrauch etwas Milch zu gewinnen, so kannte man kein anderes Mittel als die Entfernung des Kalbes von der Mutter. In Chingulungulu war die Folge davon, daß die Kühe nachts mehrfach ausbrachen und alles über den Haufen rannten.
Ackerbau.
Im ganzen Gebiet ist der Feldbau die Grundlage der menschlichen Wirtschaft; selbst auf dem hochgelegenen Makondeplateau mit seinem so durchlässigen Boden treten neben ihm alle anderen Wirtschaftszweige weit in den Hintergrund. Leider ist hier oben der extensive Raubbau noch immer die Regel, was für das gesamte Äußere des Landes von den übelsten Folgen ist. Unten im Tiefland, also im Lukuledital und in der Ebene westlich vom Plateau, verbietet sich ein solcher Raubbau ganz von selbst; hier ist der fruchtbarste Boden vorwiegend auf die Verwitterungszonen am Fuße der Gneiskuppen und die schmalen Hänge der Flußtäler beschränkt; das übrige Land trägt wohl auch Früchte, aber in trockenen Jahren sind die Aussichten auf eine sichere Ernte sehr zweifelhaft. Demgemäß haben die menschlichen Siedlungen im Tiefland eine ganz bestimmte geographische Lage: Massassi mit seiner riesigen Er- streckung am Fuß der bekannten Kuppenreihe ist für die eine bezeichnend, Tschingulungulu, Akundonde, Mtschauru, Mkululu, Mwiti sind es für die andere; alle diese weitläufigen Siedlungen ziehen sich auf den Kuppen des flachwelligen Hügellandes dahin, während sich die Schamben (Felder) mit Vorliebe auf den geneigten Hängen zu beiden Seiten der Flüsse und Bäche ausdehnen.
An der Bestellung und Bewirtschaftung der Felder nehmen im allgemeinen beide Geschlechter teil, höchstens daß bei den Großen der Hausherr ausscheidet und die Arbeit ganz oder ausschließlich den Hörigen zufällt. Das Ackergerät ist einfach, aber zweckentsprechend. Die quergestellte Breithacke li- jera (Taf. 19 Abb. 9) dient zum Lockern des Bodens und zum Reinigen der Beete; auch zum Abschlagen leichten Unterholzes. Für alle derberen Stämme ist die Axt epacho (Taf. 17 Abb. 3) das Univers>al- instrument. Zum ^Abernten der harten, starken Halme oder Schafte der Hirse, des Maises und der übrigen Halmfrüchte dienen Sicheläxte von den Formen der
in Abb. 4, 5 Taf. 17 wiedergegebenen. Als ein zu allem verwendbares Gerät hat der Neger schließlich stets sein langes Messer zur Hand (Taf. 17 Abb. 7). Er trägt es — meist ohne Scheide! — im Gürtel auf der Hüfte oder im Kreuz.
Soll ein neues Feld angelegt werden, so sucht sich der Hausherr während der Trockenzeit eine gute Stelle aus und hackt zunächst das Unterholz ab. Dann werden die schwächeren Bäume abgehauen, die großen aber nur geringelt, damit sie absterben und noch auf dem Stamm trocken werden. Das Verbrennen erfolgt erst dicht vor der Regenzeit, damit die Asche, die einen willkommenen Dünger abgibt, nicht wegfliege. Das beim ersten Brennen von den Flammen noch nicht verzehrte Holz wird zusammengelegt und später noch einmal angezündet (Kukun- guvira). Erst unmittelbar vor dem Einsetzen der Regenzeit wird die Saat in die Erde gelegt.*
1. Um die Hauptfrucht Mapemba (Sorghum vulgare) auszusäen, bedient sich der Sämann einer chi- sero genannten, flachen Koi'bschale, die er mit Hirse füllt und handlich an die Erde stellt. Jetzt nimmt er etwas von der Hirse in die eine Hand, die Hacke in die andere. Dann schlägt er die Hacke in die Erde hinein und zieht sie etwas an, in der Richtung auf sich zu. In die dadurch entstandene Öffnung läßt er 3 bis 4 Hirsekörner fallen und tritt die Stelle nach vorsichtigem Herausheben der Hacke mit dem Fuße vollends dicht. Im allgemeinen werden die Körnergruppen 60 bis 70 Zentimeter auseinander eingelegt, aber durchaus nicht in regelmäßigen Reihen, sondern wie es das Gelände und der Ordnungssinn des Einzelnen ergibt.
In ganz ähnlicher Weise wie die Hirse werden auch 2. Mais (Imanga), 3. Likutwe (Eleusine cora- cana) und 4. Bohnen (ngunde) eingelegt, nur daß der Mais etwas dichter angeordnet wird. 5. Die hauptsächlich gezüchtete Erbsenart mbelemende, ein Strauch, der dem Wanderer um Massassi bei stunden-