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Männernamen:
12. Wanduwandupe, er hat keine Verwandten; alle sind ihm fremd.
13. Chekamenya, Sieger im Gefecht.
14. Masanyara, der Lappen (das zerfetzte Zeug), Kimakua = Matapata.
15. Akundonde, so benannt nach dem früher so berühmten Volk der Wandonde.
16. Akumapanje. Mapanje ist ein großer Berg, an dem Akumapanje, einer meiner Gewährsleute und der ständige Begleiter des alten Häuptlings Akundonde, nach seiner Aussage früher gewohnt hat. Nachdem er durch die ewigen Kriege von jenem Wohnsitz vertrieben worden ist, erinnert nur noch sein Name an diese alte Heimat.
17. Machina, Freude (herrschte über seine Geburt).
18. Makwenja, rafft alles an sich.
19. Chipembere, Herr Nashorn, d. h. einer, der schnell wütend wird, ein Jähzorniger.
20. Chelikosue, Herr Ratte, d. h. er ist schnell und listig wie eine Ratte.
21. Mtarika, sehr weit.
22. Mataka. 1) Erde. Bedeutung nach Daudi vielleicht: ich besitze die ganze Erde. Mataka ist in der Tat einer der mächtigsten Jao-Häuptlinge. 2) Ein weißer Kattun. In diesem Fall wäre der Name ganz analog denen gebildet, wie sie meine Wanjamwesi mit Vorliebe führten. Von ihnen hieß einer Kofia tule d. h. niedrige Mütze, ein anderer Bulingeti, vom englischen Wort blanket ■— die Wolldecke.
23. Chemkagula, von kukagula, folgen, hinterherlaufen.
24. Chemduulaga, einer der wenig aus sich macht, bescheiden ist.
25. Matola, räubert überall.
26. Pambalipe, einer, der immer abseits sitzt von den anderen; der abseits wohnt.
27. Maligani d. h. welcher Besitz (gehört ihm?). Nämlich gar keiner. Bedeutung also: ein renommierender Habenichts. Ein leider auch schon aus dem Suaheli übernommener Name.
28. Chikwenga, alles was er macht, ist ausgezeichnet, gut.
29. Mkokora, trägt den Dreck mit den Händen weg.
30. Siliwindi, Vogelname: guter Sänger.
31. Katala, der Weg.
32. Mkotima, ein ruhiger Mann.
Ich erkundigte mich bei den Jao auch nach dem Vorhandensein von Altersklassen. Davon war bei ihnen nur eine einzige bekannt: die der Wache- kulu (Sing. Mche-) oder Achakulungwe (Sing. Mcha-), das sind „die Großen", die voll Erwachsenen. In der Tat entspricht diese Klasse nach meinen „Achina- kalanakala", d. h. den Weisen des Stammes, die alle alten Gebräuche kennen, aufs genaueste der Klasse der Akulungwe bei den Makonde.
Kastration besteht heute nicht mehr, weder als Strafe noch aus anderen Gründen. In früherer Zeit soll sie als Strafe verhängt worden sein über Männer, die sich an den Frauen des Häuptlings vergangen hatten. Über die Verunstaltung der weiblichen Genitalien s. oben.
Kleidung.
Fremder Einfluß macht sich in Afrika zu allererst stets im Äußern seiner Einwohner bemerkbar, in der Kleidung und dem Schmuck. Die Jao sind, seitdem sie mit der Küste in Berührung gekommen sind, die eifrigsten Nachtreter der Suaheli gewesen; infolgedessen sind das weiße Hemd der Suahelimänner und die phantastisch gemusterten, bunten Kattune der Frauen heute bei ihnen ziemlich weit verbreitet. Aber doch bloß bei den Wohlhabenderen; der gewöhnliche Mann läuft im ganzen Tiefland westlich vom Makondeplateau nach wie vor mit vollständig nacktem Oberkörper und nur mit einem Kattunschamschurz bekleidet in der Welt herum. Auch die Ledersandale, die bei den stutzerhaften Suaheli der Küste immer mehr aufkommt, war nur erst spärlich vertreten; Barfüßigkeit war vielmehr die Regel.
Eine Bestätigung der auch schon früher festgestellten Verlagerung des Schamgefühls fand ich hier im Gebiet des mittlem Rowuma vielfach; auch jetzt war die Erlangung von Nasen pflöcken stets mit den größten Schwierigkeiten verknüpft, wenn nicht unmöglich. Nur verhältnismäßig selten ist es mir gelungen, solche Schmuckstücke hier zu Lande von den Trägerinnen direkt zu erhandeln; in der Regel mußte man die Vermittlung der betreffenden Ehemänner anrufen. Gelang aber eine direkte Verständigung, so bedeckte die Trägerin des Chipini, nachdem sie das Schmuckstück dem Nasenflügel entnommen hatte, die Nasenpartie mit fast komisch wirkender Hast mittels der Hand, die sie auch nicht wieder wegnahm, solange sie sich im Gesichtskreis des Europäers befand.
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